Die eigene Mutter mit Strom getötet! So lautet das Urteil des Gerichts

Darmstadt - Nach dem gewaltsamen Tod seiner dementen Mutter ist der psychisch kranke Sohn am Mittwoch vom Landgericht Darmstadt zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Die 76-Jährige war mit Stromschlägen getötet worden (Symbolbild).
Die 76-Jährige war mit Stromschlägen getötet worden (Symbolbild).  © Marc Tirl/dpa

Die Kammer sprach ihn des Totschlags schuldig und entschied, dass der 54-Jährige zunächst unbefristet in einer geschlossenen, forensisch-psychiatrischen Klinik untergebracht wird, wie das Gericht mitteilte.

Der Mann hatte zum Prozessauftakt gestanden, die 76-Jährige in einer Badewanne getötet zu haben (TAG24 berichtete).

Der Anklage zufolge setzte der 54-jährige Deutsche im September 2018 seine Mutter in der Wohnung in Darmstadt in die Wanne und warf einen Fön hinein. Die Schutzschaltung der Sicherung soll er zuvor überbrückt haben.

Die 76-Jährige soll jedoch erst gestorben sein, nachdem er ihr ein stromführendes Kupferrohr auf die Haut gepresst hat.

Er hatte zuvor dem psychiatrischen Gutachter erklärt, dass er sich nach der Tat selbst mit Strom in der Wanne töten wollte, es aber nicht geschafft habe.

Verurteilte hatte stets bei seiner Mutter gewohnt

Laut Gutachter hatte der Mann Angst, dass ihm die Mutter weggenommen wird und er in ein Heim kommt.

Der Angeklagte hatte stets bei der Mutter gewohnt und die Wohnung ab Mitte 20 so gut wie nie und erst in letzter Zeit vereinzelt verlassen.

Die Staatsanwaltschaft hatte auf neun, die Verteidigung auf fünf Jahre Haft plädiert. Beide Prozessparteien sprachen sich auch für die Unterbringung in der geschlossen Klinik aus.

Titelfoto: Marc Tirl/dpa


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