Darum flossen 2016 keine Fördergelder für Radwege nach Leipzig

Die Zahlen allein sagen wenig über den Neubau von Radwegen in Leipzig aus (Symbolbild).
Die Zahlen allein sagen wenig über den Neubau von Radwegen in Leipzig aus (Symbolbild).  © DPA

Dresden/Leipzig - Diese Meldung klingt auf den ersten Blick ernüchternd: Leipzig hat 2016 keine Fördergelder für den Bau von Radwegen abgerufen.

Dabei lagen im Fördertopf des Freistaates Sachsen insgesamt acht Millionen Euro für die Kommunen bereit. Doch davon wurden lediglich rund 1,6 Millionen Euro genutzt.

13 Radweg-Projekte erhielten 2016 Geld vom Freistaat: Beispielsweise wurden im Landkreis Leipzig zwei Projekte gefördert, im Landkreis Nordsachsen eines. Die Stadt Leipzig rief keine Fördermittel für Radwege ab - genauso wie Chemnitz, der Erzgebirgskreis und die Landkreise Zwickau und Bautzen.

Verschläft Leipzig damit den Bau neuer Fahrradwege? Ganz so einfach ist die Sache nicht. Eigentlich stellt der Allgemeine Deutsche Fahrradclub Sachsen (ADFC) der Messestadt kein schlechtes Zeugnis in Sachen Radwege aus. Die Probleme sind laut ADFC-Geschäftsführer Konrad Krause vielfältiger.

"Im sachsenweiten Vergleich ist die Infrastruktur für Radfahrer in Leipzig schon nicht schlecht", so Krause. Der Teufel steckt vielmehr im Detail. "Die Stadt Leipzig arbeitet beim Bau von Radwegen oft mit farblichen Markierungen, zum Beispiel in Form von Markierungsstreifen oder Begrenzungen. Der Freistaat fördert solche Lösungen aber nicht", erklärt der ADFC-Geschäftsführer. Mangelnden Einsatz kann man Leipzig also nicht vorwerfen.

Problematisch ist nach Ansicht des ADFC Sachsen auch das fehlende Personal in den Verwaltungen. Demnach fehlen dort Planer speziell für das Thema Radwege. Die vorhandenen Mitarbeiter würden vor allem für Bauprojekte mit großen Budgets eingesetzt, damit die dort bereitgestellten Fördergelder nicht verfallen.

"Fahrrad-Projekte arbeiten aber in der Regel mit vergleichsweise geringen Summen, zum Beispiel wenn es um die Beschilderung oder Markierung von Radwegen geht. Deswegen bleiben diese Vorhaben oft unberücksichtigt", erläutert Krause. Einen möglichen Lösungsansatz sieht der ADFC Sachsen darin, mit den Fördergeldern auch die Einstellung von Radweg-Planern zu unterstützen.

Laut des Fahrrad-Verbands wurde der sächsische Fördertopf für Radwege in den vergangenen Jahren zwar deutlich aufgestockt, allerdings wirke dies wie eine reine PR-Nummer. Die Politik müsse die Probleme der Kommunen angehen und die Rahmenbedingungen verbessern, so Krause.

Somit steht fest: Die Zahlen allein sagen wenig über das Thema Radwege-Bau aus.

Titelfoto: DPA


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