Darum gingen Studenten im Ländle auf die Straße

Stuttgart - Land und Hochschulen ringen um Geld für die Universitäten. Die Studenten finden, dass die Politik zu wenig Mittel einplant. Nun gingen sie im ganzen Land auf die Straßen.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).
Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne).  © Marijan Murat/dpa

In mehreren baden-württembergischen Städten haben Studenten am Mittwoch für eine bessere Hochschulfinanzierung demonstriert. In Freiburg schätzte die Polizei die Zahl der Teilnehmer auf 300, auch in Stuttgart gingen Hunderte Studierende auf die Straße.

In der Landeshauptstadt protestierten sie unter anderem auch vor dem Wissenschaftsministerium.

Die baden-württembergischen Hochschulen fordern deutlich mehr Geld vom Land, sie drohen andernfalls mit einem Abbau von Studienplätzen. Der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, der Heidelberger Universitätsprofessor Bernhard Eitel, hatte bereits gewarnt, ohne eine ausreichende Finanzierung müssten spätestens im Jahr 2021 Leistungen wegfallen.

Derzeit wird über einen neuen Vertrag der staatlichen Hochschulen mit dem Land verhandelt, in dem es um die Grundfinanzierung geht. Die Verhandlungen sind schwierig, weil das Land bei der Aufstellung des anstehenden Doppeletats 2020/2021 sparen will.

Diesel-Strafzahlungen könnten finanzielle Probleme lösen

Studenten demonstrieren in Stuttgart. (Symbolbild)
Studenten demonstrieren in Stuttgart. (Symbolbild)

Nach Ansicht des Rektors der Stuttgarter Universität könnten die Strafzahlungen der Autokonzerne aus dem Dieselskandal die finanziellen Probleme ausgleichen: "Wir fordern: Pro Jahr 100 Millionen Euro an die Universitäten von diesem Geld!", sagte Wolfram Ressel bei einer Kundgebung.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) zeigte Verständnis für die Forderungen der Studenten. "Es ist gut, dass sich die Studierenden für ihre Angelegenheiten einsetzen, dazu gehört auch eine angemessene Finanzierung der Hochschulen", sagte sie. "Wir setzen uns also für dieselbe Sache ein."

Es gebe aber auch finanzielle Rahmenbedingungen des Landeshaushalts. "Ich kämpfe dafür, dass wir im Haushaltsverfahren noch weitere Mittel bekommen und die Spielräume für die Hochschulen weiter vergrößert werden", versprach die Ministerin.

Nach Angaben des Bündnisses "hochgeschult - kaputtgespart" waren für Mittwoch Demonstrationen nicht nur in Stuttgart und Freiburg, sondern auch in Karlsruhe, Mannheim, Heidelberg, Ulm, Stuttgart-Hohenheim, Tübingen, Konstanz und Friedrichshafen geplant.

Dem Zusammenschluss gehören unter anderen die Landesstudierendenvertretung, die Landesrektorenkonferenz, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die DGB Hochschulgruppe Stuttgart sowie Jusos und Grüne Jugend Baden-Württemberg an.

Mehr zum Thema Stuttgart Politik:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0