Darum haben wir Probleme mit stehenden Rolltreppen

Dresden - Es ist ein alltägliches Problem, über dessen Ursache wir uns wahrscheinlich noch nie näher Gedanken gemacht haben. Mensch gegen stehende Rolltreppe und dieses störende Gefühl der Verwirrung.

Es ist zum Haare raufen. Warum haben wir solche Probleme mit stehenden Rolltreppen?
Es ist zum Haare raufen. Warum haben wir solche Probleme mit stehenden Rolltreppen?  © 123RF Dean Drobot & fanjianhua

Jeder von uns kennt diese Situation. Eine Rolltreppe ist ausgefallen und nun bleibt nichts anderes übrig, als sie zu Fuß zu erklimmen oder herabzusteigen.

Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass dieses Szenario für viele eine erhebliche sportliche Herausforderung bedeutet, fühlen wir uns auf der stehenden Treppe unsicher und irgendwie wacklig.

Doch woran liegt das eigentlich? Warum haben wir so große Probleme mit stehenden Rolltreppen?

Dieser Frage ist das österreichische Online-Portal heute.at auf den Grund gegangen und hat dabei eine spannende Antwort gefunden.

So ist das sogenannte "Broken-Escalator-Phänomen" oder auch Walker Effekt genannt, für das Problem verantwortlich.

Unser Gehirn funktioniert auf unterschiedlichen Ebenen. Im deklarativen Gedächtnis (Wissen) ist gespeichert, dass sich Rolltreppen bewegen.

Nähern wir uns einer von ihnen, kommt zusätzlich das sogenannte prozedurale Gedächtnis zum Tragen. Hier werden Bewegungsabläufe wie Rad fahren, Schwimmen oder simples Laufen abgespeichert. Die können wir automatisch und ohne nachzudenken vollziehen.

Widerspruch im Gehirn

Die Verwirrung im Kopf ist groß: Warum steht die Rolltreppe auf einmal?
Die Verwirrung im Kopf ist groß: Warum steht die Rolltreppe auf einmal?  © 123RF Ion Chiosea

Im Zusammenspiel mit dem Wissen über die Bewegung der rollenden Treppen bereitet sich der Körper automatisch auf das Befahren vor.

Bestimmte Muskelgruppen werden angespannt und das Gewicht so verlagert, dass man sicher steht und nicht umkippen kann.

Doch wenn die Rolltreppe steht, bringt dieser abgespeicherte Prozess dem Körper plötzlich nichts mehr. Im Gehirn kommt es zu einem Widerspruch und es muss seine abgespeicherten Vorgaben ändern.

Wir sind verwirrt. Zusätzlich wird dieser Effekt noch durch enorme Anpassungsleistungen im Gehirn verstärkt, so das Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik.

Im Vergleich zu herkömmlichen Treppen sind die Höhen auf stehenden Rolltreppen nicht identisch, sondern teils sehr unterschiedlich. Das irritiert besonders beim Herunterlaufen, wenn die Stufen immer niedriger werden.

Es muss sich also niemand schämen, wenn er demnächst wieder eine dieser metallenen Treppen im Stile eines Betrunken nach oben wankt.

Titelfoto: 123RF Dean Drobot & fanjianhua

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