Darum stirbt Basilikum aus dem Supermarkt so schnell

Das empfindliche Grünzeug geht viel zu schnell ein. Dabei hilft oft einfache Pflege.
Das empfindliche Grünzeug geht viel zu schnell ein. Dabei hilft oft einfache Pflege.  ©  Andrea Warnecke/dpa-tmn

Sachsen - Kaum gekauft, schon hinüber: Warum hat Supermarkt-Basilikum ein frühes Ableben?

Basilikum aus dem Supermarkt ist nicht für langes Wachstum kultiviert worden, sondern für den schnellen Verbrauch. Wird er nicht aus dem zu kleinen Topf geholt, verkümmert die Pflanze.

Dabei sah das saftig-grüne Gewürzkraut im Regal doch noch so knackig aus. Und der Duft erst ...

Doch kaum zu Hause und adrett in der Küche platziert, lässt der Lippenblütler die Blätter hängen und aus den Stängeln ist bald alle Kraft raus.

Doch warum?

Ist es ein botanisches Mysterium? Oder reine Bosheit der Pflanze? Vermisst er vielleicht das ursprünglich mediterrane Zuhause seiner Ahnen?

Fakt ist, der Basilikum ist ein sehr sensibles Wesen. Üppig und auf vollkommene Schönheit gezüchtet, geht er auf seine Reise von der Großgärtnerei in den Supermarkt. Doch die extremen Transportbedingungen sind eine Belastung für das kleine Pflänzchen. Es hat Stress.

Äußerlich sieht man dem Basilikum die Strapazen noch nicht an. Schließlich wurde er, wie Tausende seiner Artgenossen, so optimiert, dass er sich genau zum Verkaufszeitpunkt von seiner schönsten Seite zeigt.

Und genau darin liegt das Problem. Denn im Gärtnereibetrieb entsteht der Basilikum als Wegwerfprodukt. Spezielles Saatgut, gezielter Einsatz von Licht, Wärme - alles ist auf schnelles Wachstum angelegt.

Doch die junge Pflanze ist noch schwach. Und auf ihrem Weg in den Supermarkt fehlen oft Licht und Wasser. Selbst das Schütteln im Transport-Fahrzeug ist anstrengend.

Um die Atmosphäre im Gewächshaus zu simulieren, wird im Supermarkt eine Plastikhülle um den Basilikum gelegt. Leider nimmt der Kunde diese Folie in der Regel ab. Das nimmt dem Basilikum wiederum die Möglichkeit, sich zu stärken.

Darum lieber jeden Tag etwa einen Zentimeter vom "Mäntelchen" abschneiden. So gewöhnt sich der Basilikum an die neue Umgebung.

Schneidet auch immer zuerst die großen Blätter vorsichtig heraus und achtet auf die richtige Menge Wasser. Trockenheit mag Basilikum überhaupt nicht, bei zu viel Nässe schimmelt er schnell. Auch Standorte in der prallen Sonne bereiten ihm Unwohlsein. Optimal sind ein heller Platz und 20 Grad Umgebungstemperatur.

Zwei Tipps zum Schluss: Kaffeesatz, Hornspäne oder Kompost als Nährstoff in die Pflanzenerde mischen. Wer außerdem einen grünen Daumen hat, kann die Pflanze auch vorsichtig teilen und auf zwei oder drei Blumentöpfe verteilen. So kommt der Basilikum mit ein bisschen Glück durch den ganzen Sommer.

Titelfoto: Andrea Warnecke/dpa-tmn


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