Sachsens Millionen-Plan zur Ausländer-Integration

Spracherwerb und Arbeit sind die Schwerpunkte im Freistaat. Systematisch von Anfang an funktioniert das derzeit noch nicht.
Spracherwerb und Arbeit sind die Schwerpunkte im Freistaat. Systematisch von Anfang an funktioniert das derzeit noch nicht.

Von Juliane Morgenroth

Dresden - In kleinen Schritten will Sachsen die Integration von Migranten fördern. Vereine und Verbände können dafür jetzt Geld vom Freistaat bekommen.

Ebenso Kommunen. Acht Millionen Euro stellt Integrationsministerin Petra Köpping (57, SPD) bis Ende 2016 bereit.

„Das ist das erste Mal, dass Sachsen Integrationsmaßnahmen in diesem Umfang fördert. Wir haben uns bei Vereinen und Verbänden kundig gemacht, was fehlt“, so die Ministerin.

Landesmittel (bis zu 90 Prozent der Ausgaben) gibt es z. B. für Veranstaltungen oder die Beratung von Flüchtlingen.

Geld können auch die Landkreise bei der SAB beantragen. Etwa für eine zusätzliche Koordinationsstelle Integration.

Erstmals gibt es jetzt finanzielle Unterstützung für Integration, erklärt Ministerin Petra Köpping (57, SPD).
Erstmals gibt es jetzt finanzielle Unterstützung für Integration, erklärt Ministerin Petra Köpping (57, SPD).

Gefördert werden aber auch kleine Dinge, etwa Material für ehrenamtlichen Deutschunterricht. Die Antragsfrist läuft bis 1. Oktober.

„Wir werden bei der Bearbeitung hinterher sein. Das Geld soll noch in diesem Jahr bewilligt werden“, so Petra Köpping.

Außerdem geplant: Ab September will die Arbeitsagentur in der Erstaufnahme Schulabschluss und Ausbildung der Flüchtlinge abfragen.

Im besten Fall sollen sie bei guten Bleibeaussichten gleich weiter vermittelt werden. Der Freistaat will in der Erstaufnahme Erstorientierungskurse anbieten.

Dabei sollen landestypische Gepflogenheiten, aber auch Sprachkenntnisse vermittelt werden.

Köpping: „Spracherwerb und Arbeit sind die zwei Schwerpunkte. Wir müssen von Anfang an systematisch vorgehen. Das ist bisher nicht der Fall.“ Die schnelle Bearbeitung der Asylanträge bleibe aber das A und O.

„Das zuständige Bundesamt (BAMF) muss das Personal aufstocken.“ Sie schlug vor, Personal der Arbeitsagentur, dass dort abgebaut wird, zum BAMF zu schicken.

Foto: dpa/Patrick Pleul, Ove Landgraf, Eric Münch


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