Sie sind die einzigen Sachsen beim Sachsen-Derby

Marwin Stefaniak im Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt.
Marwin Stefaniak im Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt.

Von Olaf Morgenstern

und Dirk Löpelt

Dresden / Chemnitz - Das Drittliga-Spitzenspiel zwischen Dynamo und dem CFC elektrisiert Spieler und Fans gleichermaßen.

Auf dem Rasen stehen am Sonntag aber wohl nur zwei, die ihre Wurzeln im Freistaat haben. Ein Sachsenderby fast ohne Sachsen also.

Dynamo hat zumindest einige Kicker im Kader, die hier geboren sind. Allen voran Marvin Stefaniak. Der Hoyerswerdaer war für die „U 20“-Nationalmannschaft im Einsatz - und fliegt heute nach Sachsen ein, um für Dynamo im Derby zu zaubern.

Ansonsten wird Trainer Uwe Neuhaus - übrigens Westfale - wohl auf Sachsen in seiner Elf verzichten. Denn die Youngster Robin Fluß (Freital), Markus Schubert Freiberg), Niklas Landgraf (Chemnitz) oder Niklas Hauptmann (Dresden) haben bisher keine Einsatzchancen.

Ronny König (r.) im Zweikampf mit Christopher Handke vom 1. FC Magdeburg
Ronny König (r.) im Zweikampf mit Christopher Handke vom 1. FC Magdeburg

Vor der Saison verließen die Schwarz-Gelben gleich sechs sächsische Kicker - freiwillig oder unfreiwillig. Benny Kirsten fand in Holland einen neuen Job, Tobias Müller ging zum HFC, Dominic Baumann nach Nürnberg.

Paul Milde nahm in Fürstenwalde einen neuen Anlauf, Franz Pfanne und Tobias Heppner bei Budissa Bautzen.

Beim Chemnitzer FC hält Mittelstürmer Ronny König die Sachsen-Fahne hoch! Der gebürtige Lichtensteiner kommt zum Einsatz, weil Frank Löning (34, Muskelfaserriss im Oberschenkel) passen muss.

Der bullige Angreifer war im Sommer vom Bundesliga-Aufsteiger Darmstadt zum CFC zurückgekehrt. In der Vorwoche erlebte er gegen Wehen Wiesbaden (1:0) seine Startelf-Premiere.

Der zweite Sachse in Himmelblau, der gebürtige Rochlitzer Alexander Dartsch (21), hat sich am Dienstag am Sprunggelenk verletzt. Ein Kandidat für die Anfangsformation wäre er ohnehin nicht gewesen. Ansonsten stehen im Team der Gäste schwäbische, bayrische oder Hamburger Jungs.

Auch Trainer Karsten Heine (60) ist kein Sachse. Er ist in Ost-Berlin geboren und aufgewachsen. Hier hat er 25 Jahre lang Fußball gespielt und seit 1988 beim 1. FC Union und Hertha BSC als Trainer gearbeitet.

Im Oktober 2013 verließ er erstmals die Hauptstadt und unterschrieb beim CFC. Heine staunte nicht schlecht, als ihn die MOPO24 darauf hinwies, dass (fast) keine Sachsen beim Sachsenderby an den Ball treten werden.

„Dafür ist mein Trainerstab voller waschechter Sachsen“, schmunzelte Heine, der sich auf das Duell mit Dresden freut: „Das ist ein besonderes Spiel für beide Lager.“ Egal, ob mit oder ohne Sachsen auf dem Rasen.

Fotos: Picture Point/S. Sonntag, Lutz Hentschel


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