Chaos: Grausamer Schlaganfall verändert in "Das zweite Leben des Monsieur Alain" alles!

Dresden - Alles steht Kopf! In "Das zweite Leben des Monsieur Alain" spielt Fabrice Luchini ("Nur für Personal!") den Workaholic Alain Wapler. Ein Schicksalsschlag stellt für ihn alles auf den Kopf.

Alain Wapler (vorne, Fabrice Luchini) muss sein Leben neu ordnen.
Alain Wapler (vorne, Fabrice Luchini) muss sein Leben neu ordnen.  © PR/CAROLE BETHUEL © ALBERTINE PRODUCTIONS – GAUMON

Denn Alain ist so überarbeitet, dass er einen Schlaganfall erleidet, der sein Sprachvermögen und Gedächtnis einschränkt.

Hätte sein Chauffeur Sam (Gus) nicht so schnell reagiert, wäre es wohl noch viel schlimmer gekommen. Bereits zuvor erlitt der Mittsechziger mehrere Schwächeanfälle und fiel einige Male in Ohnmacht, was er aber geflissentlich ignorierte - zu viel zu tun!

Schließlich war Alain ein besessener CEO eines großen Automobilherstellers, der von einem Termin zum nächsten hetzte und die große Vision hatte, ein Elektroauto der Luxusklasse zu entwickeln, das durch einen noch besseren Schnitt die Branche revolutionieren sollte.

Seit drei Jahren arbeitete er an diesem Projekt. Nun muss er kürzertreten, weil sein Körper der Belastung nicht mehr standhalten kann.

Als er nach drei Tagen im Krankenhaus aufwacht, redet er wirr, vertauscht Wörter und ist nur äußerst schwer zu verstehen.

Die Logopädin Jeanne (Leila Bekhti) hilft ihm mit verschiedenen Tricks, sich wieder besser im Alltag zurechtzufinden. Auch seine Tochter Julia (Rebecca Marder) und Alains Hund spielen bei seinem komplizierten Weg in ein neues Leben eine wichtige Rolle.

"Das zweite Leben des Monsieur Alain" überzeugt, hat aber dennoch einige Schwächen

Die Logopädin Jeanne (l., Leila Bekhti) hilft Alain (Fabrice Luchini) bei seinem komplizierten Weg zurück ins Leben.
Die Logopädin Jeanne (l., Leila Bekhti) hilft Alain (Fabrice Luchini) bei seinem komplizierten Weg zurück ins Leben.  © PR/CAROLE BETHUEL/ALBERTINE PRODUCTIONS – GAUMONT
Dieser interessante und wichtige französische Film startet am 22. August in den deutschen Kinos und wurde von Regisseur Hervé Mimran gut umgesetzt.

Anfangs macht er es den Zuschauern allerdings nicht leicht, Zugang zum Film zu bekommen.

Dafür gelingt es ihm, die Hektik und Rastlosigkeit seiner Hauptfigur auf das Publikum zu übertragen, indem er Alain bei seinem wahnsinnigen Arbeitsleben zeigt.

Es ist daher überhaupt nicht verwunderlich, dass es zum Knall kommt und Waplers Körper streikt. Von da an hat die Mischung das Drama mit leichtem komödiantischem Einschlag Tiefe und behandelt viele wichtige Themen.

Allerdings macht "Monsieur Alain" keineswegs alles richtig. So sind viele Nebenfiguren zwar interessant, kommen aber (deutlich) zu kurz. Dazu werden einige Wendungen nur bedingt gut vorbereitet.

An verschiedenen Stellen hätten aufklärende Szenen für ein besseres Verständnis der Figuren und der Storyline gesorgt, weshalb es besser gewesen wäre, den Film nicht auf knapp 97 Minuten zu kürzen, sondern im 15 Minuten mehr zu spendieren.

"Das zweite Leben des Monsieur Alain" hat auch dank Fabrice Luchini und Leila Bekhti Charisma

Logopädin Jeanne (r., Leila Bekhti) wird von Krankenpfleger Vincent Houbloup (Igor Gotesman) umworben.
Logopädin Jeanne (r., Leila Bekhti) wird von Krankenpfleger Vincent Houbloup (Igor Gotesman) umworben.  © PR/CAROLE BETHUEL/ALBERTINE PRODUCTIONS – GAUMONT

So gibt es immer wieder kleine Sprünge in der Geschichte. Völlig überraschend eröffnet die Tochter, dass sich Alain nicht um seine verstorbene Frau gekümmert habe, sie das machen musste.

Dass er die Arbeit vorne anstellte, ist offensichtlich. Aber warum verhielt er sich so? Fragen dieser Art werden mehrfach nur unzureichend und eher oberflächlich beantwortet.

Charme und die leichte Erzählweise sorgen allerdings dafür, dass sich über die genannten Schwächen hinwegsehen lässt und man diesen Feel-Good-Film genießen kann, zumal er auch reflektierte Momente hat und wichtige Botschaften vermittelt.

Dazu geben Luchini und Bekhti ("Ein Becken voller Männer") ihren Protagonisten dank ihrer guten Leistungen eigenständige Charaktereigenschaften mit auf den Weg, weshalb diese nicht austauschbar wirken.

Auch die positive Farbgebung, die ruhige Kameraführung, die schön ausgesuchten Locations, die stimmige Musikuntermalung und die Kostüme sind Stärken und sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

Der Humor zündet hingegen auch in der französischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln nur stellenweise. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte von "Das zweite Leben des Monsieur Alain".

Leila Bekhti (l.) und Fabrice Luchini zeigen in "Das zweite Leben des Monsieur Alain" gute Leistungen. (Bildmontage)
Leila Bekhti (l.) und Fabrice Luchini zeigen in "Das zweite Leben des Monsieur Alain" gute Leistungen. (Bildmontage)  © PR/CAROLE BETHUEL/ALBERTINE PRODUCTIONS – GAUMONT/

Titelfoto: PR/CAROLE BETHUEL/ALBERTINE PRODUCTIONS – GAUMONT/

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