Wiederaufbau der Mauer: Promis setzen sich für umstrittenes Kunstprojekt ein

Berlin - Wird in der Hauptstadt wieder die Mauer aufgebaut? Eigentlich stehen die Chancen für das umstrittene Kunstprojekt "DAU Freiheit" schlecht (TAG24 berichtete). Nun erhalten sie prominente Unterstützung.

In einem offenen Brief sprachen sich unter anderem Lars Eidinger (l) und Veronica Ferres (r) für die Pläne aus.
In einem offenen Brief sprachen sich unter anderem Lars Eidinger (l) und Veronica Ferres (r) für die Pläne aus.  © DPA

In einem offenen Brief sprachen sich unter anderem die Schauspieler Lars Eidinger, Iris Berben, Tom Schilling und Veronica Ferres für die Pläne aus. Auch die Regisseure Sönke Wortmann und Leander Haußmann sowie die Modemacher Guido Maria Kretschmer und Michael Michalsky haben die der Deutschen Presse-Agentur vorliegende Resolution unterzeichnet.

"Dieses Projekt DAU, das alle, die sich näher damit beschäftigt haben, neugierig und aufgeregt macht, wollen wir sehen und zwar in Berlin", heißt es in der Erklärung. "Dieses Experiment mit einer unwahrscheinlichen, nie dagewesenen Veranstaltungsform in Berlin, organisiert und akribisch vorbereitet von den erfahrensten Spezialisten, mit denen die Stadt bei anderen Großveranstaltungen bisher gute Erfahrungen gemacht hat, abzublasen, wäre eine paranoide Kleinmütigkeit, die nicht zu Berlin passt..."

Die Mauer sei in diesem Kunstprojekt ein Symbol, kein plattes Reenactment. "Es geht um ästhetische Ausdrucksformen für die Durchdringung und Verarbeitung der individuellen und gesellschaftlichen Erfahrung des Totalitarismus, der keineswegs Vergangenheit ist, sondern eine reale gegenwärtige Gefahr, die vielleicht in jedem Einzelnen lauert."

Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky soll vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein Gebäudekomplex am Berliner Boulevard Unter den Linden mit einer Betonmauer abgeriegelt werden. Besucher können "Visa" kaufen, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben, wie die Veranstalter ankündigten. Das Kunstprojekt wird sehr kontrovers diskutiert.

Titelfoto: DPA


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