Alarm! Feuchtes Klopapier verstopft Kanalisation!

Feucht-Papier verstopft immer wieder die Pumpen.
Feucht-Papier verstopft immer wieder die Pumpen.

Von Eric Hofmann

Görlitz - Diese Verstopfung wird zum Stadtproblem: Weil die Görlitzer sich den Po gerne feucht abwischen, müssen die Mitarbeiter der dortigen Stadtwerke schwitzen. Fast wöchentlich müssen sie die Fetzen der Tücher aus den Pumpen fischen.

„Wir bitten die Görlitzer Bürger, auf herkömmliches Toilettenpapier zurückzugreifen“, sagt Belinda Brüchner, Sprecherin der Stadtwerke Görlitz. „Dieses löst sich im Abwasser auf.“

Ganz anders sieht es mit feuchtem Klopapier aus: „Da diese sich nicht auflösen, müssen unsere Mitarbeiter diese manuell aus den Pumpen entfernen“, so die Sprecherin.

„Diese Arbeit bringt einen enormem Aufwand mit sich: Die Pumpen müssen außer Betrieb genommen und demontiert werden, um die Feuchttücher von den Laufrädern entfernen.“

Die Handwerker müssen Hand anlegen, um die Verstopfungen zu beseitigen.
Die Handwerker müssen Hand anlegen, um die Verstopfungen zu beseitigen.

Die Folgen: Ausfallzeiten, Rückstau und Netzstörungen. Besonders in einer Anlage klemmt’s ständig: „Im Abwasserpumpwerk Nieder-Neundorf kommt es zum Teil wöchentlich zu Verstopfungen“, so die Stadtwerke Sprecherin.

Der Boom mit den Feuchttüchern begann deutschlandweit vor etwa sechs Jahren. Seit 2013 gaben die deutschen rund 100 Millionen Euro für das besonders weiche Gefühl am Po aus, Tendenz steigend. Für die Stadtwerke bedeutet das immer mehr Verstopfungen und auch immer mehr Aufwand.

Kein Wunder, dass sich mittlerweile die Wissenschaftsabteilungen der Klopapierhersteller mit dem Problem beschäftigen: Der Tuchhersteller „Albaad“ hatte erst diesen Monat auf einer Fachmesse ein spülbares Feuchttuch vorgestellt. Im Jahr 2016 soll es in die Läden kommen.

Fotos: dpa, imago


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