Davor haben die Deutschen 2016 die größte Angst

Der große Flüchtlingszuzug verunsichert viele Deutsche.
Der große Flüchtlingszuzug verunsichert viele Deutsche.

Berlin - Die Mehrheit der Deutschen blickt nach einer neuen Umfrage eher mit Angst als mit Zuversicht auf das kommende Jahr.

In einer repräsentativen Studie stellte das Meinungsforschungsinstitut GfK im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen einen starken Stimmungsumschwung im Vergleich zu den Vorjahren fest.

Während sich aktuell 55 Prozent der Befragten angsterfüllt zeigten, waren es im Vorjahr nur 31 Prozent, 2013 lediglich 28 Prozent.

Als mögliche Ursache für das das Ergebnis nannte Reinhardt den Zustrom von Flüchtlingen und die jüngsten Terroranschläge, wobei in der Erhebung nicht nach den Gründen für die Sorgen der Bürger gefragt worden war.

"Die gegenwärtige humanitäre Krise und die zunehmende Angst vor Terroranschlägen hat die Bevölkerung tief verunsichert und lässt sie an einer positiven Zukunft zweifeln", interpretierte Reinhardt das Ergebnis.

Terroranschläge wie in Paris steigern die Verunsicherung.
Terroranschläge wie in Paris steigern die Verunsicherung.

Besonders die Älteren ab 55 Jahren äußerten sich in der Umfrage besorgt. 64 Prozent sagten: "Ich blicke angstvoll in die Zukunft." Bei den Jüngeren von 14 bis 34 Jahren waren dies 42 Prozent, das sind 19 Prozent mehr als im Vorjahr.

Probleme erwarten die Befragten in der Wirtschaft. 79 Prozent erwarten, dass die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands größer werden. 2013 glaubten das nur 59 Prozent.

Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) der Deutschen gehen davon aus, dass Europa weiter auseinanderdriften wird. 2014 hatten sich erst 60 Prozent, im Jahr davor 61 Prozent entsprechend geäußert. Neben der Euro-Krise vertiefte dieses Jahr auch der Umgang mit dem Flüchtlingszustrom die politischen Gräben innerhalb der EU.

Das neue Umfrageresultat sieht Reinhardt im Einklang mit jüngsten Wahlergebnissen: "Der Rechtstrend bei Wahlen in Polen, Frankreich, Ungarn, Österreich, Schweden, Großbritannien, Dänemark oder der Schweiz zeigt in ganz Europa die große Verunsicherung der Bevölkerung, die Angst um den eigenen Wohlstand hat, sich vor Überfremdung fürchtet und nationale Interessen in den Vordergrund stellt."

Zugleich befindet sich das Vertrauen in die Politiker auf einem neuen Tiefpunkt. "Durch alle Gesellschaftsschichten hindurch zieht sich eine große Unzufriedenheit mit den gegenwärtigen Volksvertretern", sagte Reinhardt.

Fotos: dpa


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