40 Jahre nach größtem Kunstraub der DDR: Verschollene Gemälde wieder aufgetaucht

Gotha - 40 Jahre waren sie verschwunden, jetzt sind fünf Bilder nach dem größten Kunstraub der DDR-Geschichte anscheinend wieder aufgetaucht.

Das Schloss Friedenstein ist eines der am besten erhaltenen Barockschlösser in Deutschland.
Das Schloss Friedenstein ist eines der am besten erhaltenen Barockschlösser in Deutschland.

Wie der Spiegel berichtet, sollen die Bilder nach Geheimverhandlungen nun im Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin auf ihre Echtheit geprüft werden, bevor sie wieder an ihren eigentlichen Platz kommen sollen.

Der war bis 1979 das Schlossmuseum in Gotha. Die Bilder stammen von Frans Hals, Anthonis van Dyck, Jan Brueghel dem Älteren, Jan Lievens und Hans Holbein dem Älteren, wurden vor 40 Jahren von Unbekannten geraubt und gingen damit in die DDR-Geschichte ein.

1980 waren die Gemälde auf einen Wert von 4,5 Millionen West-Mark geschätzt worden. Doch wo kamen die Bilder auf einmal wieder her?

Ein Anwalt aus Süddeutschland hatte sich nach den Angaben der FAZ schon im Juli 2018 bei Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch gemeldet und erklärt, dass er eine Erbengemeinschaft vertreten, die die Bilder für 5,25 Millionen Euro wieder an die Stadt Gotha übergeben würde. Eine plausible Erwerbsgeschichte konnte der Anwalt aber nicht vorlegen.

Nach monatelangen Geheimverhandlungen, bei denen der Bürgermeister von der Ernst von Siemens Kunststiftung unterstützt worden war, wurden die Bilder in diesem September in Berlin an die Stiftung Schloss Friedenstein übergeben, um sie dort auf ihre Echtheit prüfen zu lassen, ein Prozess der drei Monate in Anspruch nehmen soll. Gegen den Anwalt und den Einlieferer der Bilder, ein Arzt aus Ostfriesland, wird nun ermittelt. Das Berliner Landeskriminalamt wirft ihnen Erpressung und Hehlerei vor.

Weil noch unklar ist, wie der Arzt überhaupt an die Bilder gekommen ist, wurden am Donnerstag bundesweit Wohnungen und Büros der Verdächtigen und mehrerer Zeugen durchsucht. Beweismittel wurde gesichert, das nun helfen soll, die Hintergründe des plötzlich Auftauchens zu klären.

Diese Bilder wurden 1979 gestohlen: (v.li.) "Brustbild eines Unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen" von Frans Hals, "Heilige Katherina" von Hans Holbein und das Gemälde "Alter Mann" von Jan Lievens.
Diese Bilder wurden 1979 gestohlen: (v.li.) "Brustbild eines Unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen" von Frans Hals, "Heilige Katherina" von Hans Holbein und das Gemälde "Alter Mann" von Jan Lievens.
Auch diese Bilder waren damals verschwunden: (v.li.) "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck und "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel.
Auch diese Bilder waren damals verschwunden: (v.li.) "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck und "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel.  © ---/Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/dpa

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