Nach spektakulärem DDR-Raub wieder aufgetauchte Bilder sind echt

Gotha/Berlin - Es war eine der größten Überraschungen in der Kunstszene im vergangenen Jahr: Nach 40 Jahren tauchten die Bilder aus dem größten DDR-Kunstraub in Gotha plötzlich wieder auf.

Diese Bilder wurden 1979 gestohlen: (v.li.) "Brustbild eines Unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen" von Frans Hals, "Heilige Katherina" von Hans Holbein und das Gemälde "Alter Mann" von Jan Lievens.
Diese Bilder wurden 1979 gestohlen: (v.li.) "Brustbild eines Unbekannten Herrn mit Hut und Handschuhen" von Frans Hals, "Heilige Katherina" von Hans Holbein und das Gemälde "Alter Mann" von Jan Lievens.

Und wie der MDR berichtet, scheint nun auch klar zu sein, dass es sich bei den Bildern Alter Meister auch wirklich um die Originale handelt!

Monatelang waren die Gemälde in den Forschungslaboren der Staatlichen Museen in Berlin auf ihre Echtheit untersucht worden, in der kommenden Wochen sollen nun die endgültigen Ergebnisse in Berlin vorgestellt werden. Doch soviel scheint klar: Wären die Bilder eine Fälschung, wüsste man es jetzt schon.

In Gotha kann man sich in nächster Zeit also ziemlich wahrscheinlich auf die Rückkehr der fünf Bilder freuen, die vor 40 Jahren in einem spektakulären Raub aus dem Schloss Friedenstein gestohlen wurden. Denn auch in der Heimat der Gemälde wurde für den 20. Januar eine Pressekonferenz von der Stadt anberaumt.

Ihren Weg zurück hatten die Gemälde - von denen bisher nur Schwarz-Weiß Fotos existieren - über eine merkwürdige Aktion gefunden. Vor längerer Zeit hatte sich ein Rechtsanwalt bei Gothas Oberbürgermeister Knut Kreuch gemeldet und einen Millionen-Betrag für die Übergabe der Bilder gefordert.

Kreuch hatte nicht die Behörden eingeschaltet, sondern sich an Kunstverständige der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung gewandt. Zusammen handelte man eine Übergabe in Berlin aus, denn bevor Geld fließe, wolle man klären, ob die Gemälde auch wirklich echt sind. Nach der Übergabe wanderten die Bilder direkt hinter verschlossene Türen, die Sache kam an die Öffentlichkeit.

Über die genauen Hintergründe hüllen sich die Verantwortlichen aber weiter in Schweigen, verweisen auf die Pressekonferenzen in Berlin und Gotha, dort sollen weitere Details bekannt gegeben werden.

Mittlerweile ist aber auch die Polizei in den Fall involviert, ermittelt gegen den Rechtsanwalt und die Erbengemeinschaft, die er vertritt. Die sollen die Gemälde durch den Nachlass eines Verwandten erhalten haben, der anscheinend wusste, dass er für viel Geld Diebesgut kaufte.

In Gotha wird man sich aber an allererster Stelle darüber freuen, dass die lange verloren geglaubten Bilder, nun doch wieder einen Platz im Schloss Friedenstein finden können.

Auch diese Bilder waren damals verschwunden: (v.li.) "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck und "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel.
Auch diese Bilder waren damals verschwunden: (v.li.) "Selbstbildnis mit Sonnenblume" von Anthonis van Dyck und "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel.  © ---/Stiftung Schloss Friedenstein Gotha/dpa

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