Deaf Havana im TAG24-Interview: Das wunderbare deutsche Bier

Leipzig - Mit ihrem neuen Album "Rituals" haben Deaf Havana 2018 für Überraschungen gesorgt. Eine neue Art des Songwritings und ein frischer neuer Sound, den die Briten nun auch nach Deutschland bringen wollen. Im Interview mit TAG24 erklärt Gitarrist und Sänger Matt Veck-Gilodi, was es mit dem neuen Sound auf sich hat und warum die Band in Deutschland nie dazu kommt, neue Songs zu schreiben.

Von links: Lee Wilson, James Veck-Gilodi, Tom Ogden und Matt Veck-Gilodi von Deaf Havana. Am 27. Februar spielen die Briten im Werk 2.
Von links: Lee Wilson, James Veck-Gilodi, Tom Ogden und Matt Veck-Gilodi von Deaf Havana. Am 27. Februar spielen die Briten im Werk 2.  © Semmel Concerts Entertainment GmbH/Jon Stone

TAG24: Matt, Euer neues Album ist weit poppiger geworden als eure bisherigen Songs. Ihr habt bereits vor dem Release gesagt, dass die Fans überrascht sein werden. Wie fiel die Reaktion letztendlich aus?

Matt: "Ich denke, einige Leute waren tatsächlich überrascht und wir hatten auch ein paar Fans, denen es zunächst nicht so leicht fiel, die Veränderungen zu akzeptieren. Die meisten - und wir haben da auch mit vielen Leuten gesprochen, die uns seit Langem begleiten - haben es jedoch sehr gut aufgefasst. Wir sind seit fast zehn Jahren eine Band. Hin und wieder müssen wir da auch mal etwas Neues einbringen, damit es spannend bleibt."

TAG24: Es ist nicht nur der Sound, der sich mit "Rituals" geändert hat. James (Veck-Gilodi, Gesang und Gitarre) hat im Vergleich zu euren Vorgänger-Alben noch mehr selbst geschrieben. Wie war es für dich und den Rest der Band, ihm diese Sachen zu überlassen?

Matt: "Es war spannend, denn für gewöhnlich entstehen die Songs ganz anders. Bisher hat James den Großteil eines Liedes auf der Akustikgitarre geschrieben, dann kamen wir dazu und haben zusammen den Rest ausgearbeitet. Dieses Mal haben James und Phil (Gornell, Produzent) die Songs bereits vorab so weit erarbeitet, dass sie schon fast fertig waren. Das war anders und bei weitem weniger natürlich, als wir es sonst gehandhabt haben. Ich glaube allerdings, dass es uns auch härter an dem Album arbeiten ließ. Es hat sich zumindest um einiges stressiger angefühlt (lacht)."

TAG24: Ein Großteil der neuen Songs soll zudem am Computer entstanden sein. Ist das etwas, dass ihr künftig beibehalten wollt?

Matt: "Es ist definitiv interessant. Ich denke aber, dass wir künftig beide Herangehensweisen zusammenbringen werden. Einige Sachen, die du auf 'Rituals' hörst, sind gerade dadurch entstanden, dass wir so gearbeitet haben, wie wir es normalerweise nicht tun würden. Gleichzeitig läufst du Gefahr, dich zu wiederholen, sobald du deine Vorgehensweise nicht hin und wieder veränderst. Das Songwriting am Computer hat uns dazu gebracht, die Dinge neu zu denken. Ich denke, wir werden einen Teil davon mitnehmen. Gleichzeitig ist es aber auch schön, das Organische, das uns bisher ausgemacht hat, ebenfalls zu haben."

TAG24: Ihr werdet demnächst auf Tour gehen. Wie wird es für dich sein, sowohl die neuen als auch die alten Songs live zu spielen?

Matt: "Es fühlt sich ein bisschen an, als würde man die Leute auf eine Reise nehmen. Wir sind mittlerweile an einem Punkt, an dem wir so viele Alben mit so vielen unterschiedlichen Stilrichtungen haben, dass wir die Shows wirklich dynamisch gestalten können. Das macht es nicht nur erfrischend und aufregend für uns, sondern auch für die Leute vor der Bühne."

TAG24: Ihr spielt am 27. Februar in der Halle D des Werk 2. Eine eher kleinere Halle, die die Show sehr persönlich werden lassen kann. Bevorzugt ihr solche Shows oder doch lieber die großen Bühnen?

Matt: "Sie haben beide ihren Reiz. Die Konzerte, die am meisten Spaß machen und wo du am meisten von den Leuten zurückbekommst, werden wohl immer die kleineren Shows sein. Das ist schließlich auch einer der Gründe, weshalb wir Musik machen. Man hat dann dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit. Vielleicht sollte man die beiden aber auch nicht vergleichen. Dafür unterscheiden sie sich einfach zu sehr."

TAG24: Was steht als nächstes an, nachdem ihr in Deutschland wart?

Matt: "Wir werden erst einmal ein Weilchen auf Tour sein. Nach Deutschland haben wir noch ein paar weitere Termine in Europa, danach geht es zurück nach Großbritannien."

TAG24: Schreibt ihr währenddessen bereits an neuem Material?

Matt: "Wir nehmen es uns zumindest immer vor. Am Ende macht uns dann aber doch wieder euer wunderbares deutsches Bier einen Strich durch die Rechnung (lacht)."

Deaf Havana werden am 27. Februar zusammen mit Airways zu Gast im Werk 2 sein. Karten für das Konzert gibt es derzeit noch im Vorverkauf bei Eventim sowie an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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