Dresdner Drogen-Opa vor Gericht: "Ich verkaufte Koks, um meine Rente aufzubessern!"

Dresden - Früher war er Kohlefahrer. Doch bei seinem letzten Transport schaffte er Kokain nach Dresden. Dafür muss Rentner Christian K. jetzt hinter Gitter. Denn Alter schützt vor Strafe nicht.

Koks-Opa Christian K. (76) hatte den Stoff in der Brotbüchse versteckt. Er wurde noch auf dem Hauptbahnhof verhaftet, muss jetzt hinter Gitter.
Koks-Opa Christian K. (76) hatte den Stoff in der Brotbüchse versteckt. Er wurde noch auf dem Hauptbahnhof verhaftet, muss jetzt hinter Gitter.  © Norbert Neumann, Holm Helis

Es war im Advent, als der Senior aus Prohlis ins Visier der Drogenfahnder geriet. Den Tipp hatte die Polizei von tschechischen Behörden bekommen, die Telefongespräche mitgehört hatten.

Und so observierten zivile Beamte den beleibten Senior im Zug nach Dresden. Endstation war für ihn direkt nach dem Aussteigen am Hauptbahnhof.

Die Polizisten fanden genau 112 Gramm Koks, versteckt in der Brotbüchse. In seiner Wohnung zudem Feinwaage, Tütchen, 6.000 Euro in bar. Christian K. gestand den Besitz im Landgericht, klagte aber: "Es war ein wirklich dummer Gefallen für einen Freund. Ich tat es doch nur, um meine Rente von 1.000 Euro aufzubessern."

Die Motivation schien den Richter nicht zu beeindrucken. Schließlich wurde der gelernte Bootsmann schon öfter verknackt, klaute bereits einen ganzen Laster voller Zigaretten. Und saß auch wegen Drogenbesitzes im Knast.

Dort darf er sich jetzt im hochbetagten Alter trotz Herzschrittmacher und Diabetes nochmals einrichten.

Denn Richter Joachim Kubista (55) schickte den Koks-Opa für drei Jahre und neun Monate hinter Gitter: "Sie haben ja nicht nur eine Schokolade geklaut, sondern mit Kokain gehandelt. Wenn man Ihre Akte liest, war das leider kein einmaliger Ausrutscher."

Titelfoto: Norbert Neumann, Holm Helis

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