Hungerstreik: Asylbewerber demonstrieren gegen ihre Unterkunft in Deutschland

"Wir sind Flüchtlinge. Wir sind nicht Feinde", steht auf einem Transparent.
"Wir sind Flüchtlinge. Wir sind nicht Feinde", steht auf einem Transparent.  © Armin Weigel/dpa

Deggendorf - Bis zu 175 Flüchtlinge aus Sierra Leone haben am Mittwochmittag in Deggendorf gegen die Umstände ihrer Unterbringung demonstriert.

Dem bayerischen Flüchtlingsrat zufolge kritisieren die Menschen unter anderem die Ablehnung ihrer Asylanträge, die zweijährige Unterbringung im Transitzentrum, mangelnde Schulbildung für Kinder, fehlende Arbeitserlaubnis sowie schlechte Nahrungsqualität.

Zudem seien die Zimmer mit acht Personen zu beengt. Die Regierung von Niederbayern wies die Kritik zurück.

"Die protestierenden Flüchtlinge aus Sierra Leone wollen die Anwendung des Asylrechts nicht akzeptieren", hieß es demnach in einem Statement.

Nach Angaben des Flüchtlingsrats befinden sich rund 200 Flüchtlinge derzeit in einem Hungerstreik.

Dies bestätigte die Regierung nicht. Sie nähmen zwar seit Samstag nicht mehr an der Kantinenverpflegung teil, das müsse aber "nicht automatisch Hungern bedeuten".

Unter den Teilnehmern des mehrstündigen Protestmarschs durch die niederbayerische Stadt waren auch Kinder.

Eine 19 Jahre alte Schwangere musste laut Polizei nach einem Schwächeanfall in ein Krankenhaus gebracht werden.

"Kein Hass, keine Angst" fordert ein Flüchtling.
"Kein Hass, keine Angst" fordert ein Flüchtling.  © Armin Weigel/dpa

Titelfoto: Armin Weigel/dpa


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