Chef von Kleingartenverein soll Vereinskasse geplündert haben

Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Früh-Auf Selben soll mehr als 30.000 Euro veruntreut haben. Dem Verein droht die Insolvenz (Symbolbild).
Der Vorsitzende des Kleingartenvereins Früh-Auf Selben soll mehr als 30.000 Euro veruntreut haben. Dem Verein droht die Insolvenz (Symbolbild).  © DPA

Delitzsch - Fassungslosigkeit bei den 120 Mitgliedern des Delitzscher Kleingartenvereins "Früh-Auf". Der Vereinsvorsitzende Benjamin F. soll mehr als 30.000 Euro veruntreut haben. Der Verein steht vor dem Aus.

Vor einem Jahr wurde der als jung und dynamisch geltende Familienvater neu ins Amt gewählt. Dann soll der Hoffnungsträger es schamlos ausgenutzt haben, dass er seit Oktober allein unterschriftsberechtigt für die Konten des Vereins war.

F. kassierte die Mitgliedsbeiträge, leitete das Geld aber nicht weiter. Strom- und Wasserrechnungen wurden nicht mehr bezahlt. Vor wenigen Tagen enthoben die Mitglieder des Kleingartenvereins ihren Vorsitzenden des Amtes. Mittlerweile wurde auch Strafanzeige gegen ihn gestellt.

Der Beschuldigte soll erklärt haben, das Geld nicht für sich privat genommen zu haben. Dies erfuhr der "MDR" von der Vizechefin des Kreisverbandes der Kleingärtner Delitzsch, Anke Reisdorf. Zudem habe er ein Schuldanerkenntnis über die Summe von 31.000 Euro unterschrieben. Zuvor habe ihm der Verband mehrere Fristen zur Begleichung der Schulden eingeräumt.

Derweil droht dem betroffenen Kleingartenverein die Insolvenz. Um die Pleite abzuwenden, gibt es Überlegungen, jedes Mitglied um eine Einmalzahlung von 80 Euro zu bitten. Doch ein Befreiungsschlag wäre diese Sammelaktion nicht. Bereits jetzt ist klar, dass eine einmalige Sonderzahlung nicht reichen wird, um den Verein langfristig zu stützen.

Besonders bitter: In zwei Jahren wird der Kleingartenverein aus dem Delitzscher Ortsteil Selben 100 Jahre alt. Doch so weit im Voraus zu denken, können sich die Kleingärtner nicht mehr leisten.


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