Im kleinen Paradies auf dem Land: Großfamilie gärtnert streng nach dem Mond

Von Thomas Gillmeister

Delitzsch - An der alten Wassermühle zu Reibitz haben sich Petra (38) und Dominik (43) Adam mit ihren sieben Kindern ein Paradies geschaffen. Fernab vom Großstadtlärm gärtnern sie hier nach Mondphasen und züchten alte Haustierrassen. Auf den Tisch kommt vor allem selbst Angebautes.

Achtzehn grüne Daumen bei der Arbeit. Von links: Dominik und Petra Adam mit den Kindern Elias (17), Jonathan (15), Johanna (14), Friedrike (12), Marianne (10), Tamara (8) und Johannes (5).
Achtzehn grüne Daumen bei der Arbeit. Von links: Dominik und Petra Adam mit den Kindern Elias (17), Jonathan (15), Johanna (14), Friedrike (12), Marianne (10), Tamara (8) und Johannes (5).  © Picture Point/K. Dölitzsch

Kein Fernseher, keine Handys und Computerspiele. "Unser tägliches Programm haben wir hier im Garten", sagt Mutter Petra. Alle Kinder hören dort auf ihr Kommando: Johannes (5), Tamara (8), Marianne (10), Friederike (12), Johanna (14), Jonathan (15) und Elias (17). Die Sprösslinge helfen mit beim Anlegen der bunten Beete.

Die sind nicht in Reih und Glied ausgerichtet, sondern nach Mischkulturen, die sich besonders gut vertragen. Außerdem orientiert sich Petra beim Säen, Pflanzen und Pflegen nach dem Mondkalender. Grundregel: Was nach unten wächst, wird bei abnehmendem Mond gesät oder gepflanzt, was nach oben wächst, kommt bei zunehmendem Mond in den Boden.

Verwertet wird alles Essbare, was im 2 500 Quadratmeter großen Garten am Leinebach wächst. Aus Holunderblüten fertigt die Hausfrau Gelee oder Sirup. Wildkräuter verwendet sie für schmackhafte Tees oder Salate. Oberstes Familien-Gebot: "Wir essen grundsätzlich in Ruhe zusammen am Küchentisch", erzählt die siebenfache Mutter.

Töchterchen Tamara (8) mit einem süßen Fellknäuel von Karnickel. Die Adams züchten auch seltene Haustierrassen.
Töchterchen Tamara (8) mit einem süßen Fellknäuel von Karnickel. Die Adams züchten auch seltene Haustierrassen.  © Picture Point/K. Dölitzsch

Von ihm aus haben die Adams einen wunderschönen Blick in den Garten, in dem sie auch Hühner, Hasen, Enten und Wachteln halten.

"Bei den Hühnern achten wir auf alte Rassen. So sind unseren Kindern die Seidenhühner mit dem ausgefransten plüschigen Gefieder echt ans Herz gewachsen", freut sich Petra.

Jahrelang waren die Leipziger auf der Suche nach so einem Fleckchen Erde. Schließlich wurden sie in Reibitz fündig. Der 300-Seelen-Ort liegt zirka 25 Kilometer von Leipzig entfernt. 2014 zog die Großfamilie in das Wohnhaus einer alten Wassermühle aus dem 19. Jahrhundert. Behutsam restauriert Dominik Zimmer für Zimmer im historischen Stil. Und am Abend macht die Familie gemeinsam Hausmusik, denn jedes Kind spielt ein Instrument.

Tipp: Familie Adam nimmt am 17. Juni an der Aktion "Tag der offenen Gartentür" teil. Infos unter: www.offene-gaerten-delitzsch.de.

Petra Adam bei der Rhabarber-Ernte: Wer neun hungrige Münder zu stopfen hat, lieber dabei lieber eine Stange mehr.
Petra Adam bei der Rhabarber-Ernte: Wer neun hungrige Münder zu stopfen hat, lieber dabei lieber eine Stange mehr.  © Picture Point/K. Dölitzsch

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