Ermittlungen im IC-Drama: Lokführer hörte "dumpfen Schlag" und fuhr weiter

An diesem Bahnsteig stieg ein etwa 13-jähriger Junge am Dienstagnachmittag ins Gleisbett und wurde von einem Intercity überfahren.
An diesem Bahnsteig stieg ein etwa 13-jähriger Junge am Dienstagnachmittag ins Gleisbett und wurde von einem Intercity überfahren.  © DPA

Delitzsch - Nach dem furchtbaren Zugunfall in Delitzsch versuchen die Ermittler die Identität des tödlich verunglückten Jungen mit einem DNA-Vergleich zweifelsfrei zu klären. Unterdessen verdichten sich die Hinweise auf einen Suizid.

Die Ermittler wissen offenbar bereits, wer der Junge war, der am Dienstagnachmittag am Unteren Bahnhof Delitzsch ins Gleisbett stieg und vom Intercity überfahren wurde (TAG24 berichtete).

„Zur zweifelsfreien Identifizierung bedarf es aber noch eines DNA-Abgleichs“, sagte Polizei-Sprecherin Maria Braunsdorf. Weitere Angaben zu dem tragischen Geschehen wollte die Polizei am Mittwoch nicht machen.

Bekannt wurde allerdings, dass die Ermittler inzwischen von einem Selbstmord ausgehen. Zeugenaussagen sollen dies untermauern.

Auch der Lokführer, der ohne Halt durch den Delitzscher Bahnhof gefahren war, konnte inzwischen vernommen werden. Er habe den Unfall nicht mitbekommen, nur einen dumpfen Schlag gehört, gab er zu Protokoll. Warum der Zug nicht auf der Strecke gestoppt wurde, sondern mit Leichenteilen in den Leipziger Hauptbahnhof einfuhr, ist eine der Unklarheiten des Falles.

Immerhin war der Unfall in Delitzsch von Zeugen beobachtet worden. Die Kripo ermittelt.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0