Diese Frau baggert uns den Elberadweg weg!

Regine Töberich lässt ihren Bereich des Elberadwegs ab April sperren.
Regine Töberich lässt ihren Bereich des Elberadwegs ab April sperren.

Von Dirk Hein

Dresden - 50.000 Fahrradfahrer radeln pro Monat über den Elberadweg. Seit 2010 können die in Pieschen eigentlich entspannt entlang der Elbe fahren.

Ab Anfang April ist damit Schluss. Bagger rücken an und „renaturieren“ die Asphaltstrecke. Der Radweg ist dann unpassierbar.

Bislang durfte die Stadt das Marina-Garden-Grundstück an der Elbe kostenlos als Radweg nutzen. Diesen Vertrag hat Regine Töberich, Chefin der Immobilienfirma DresdenBau, zu Ende März gekündigt.

Danach wird das Grundstück gesperrt. Anfang April verwandeln Bagger den Elberadweg in eine Wiesenfläche.

Bisher war der Weg entlang der Elbe nicht nur eine schöne Radstrecke sondern auch für Spaziergänger ideal.
Bisher war der Weg entlang der Elbe nicht nur eine schöne Radstrecke sondern auch für Spaziergänger ideal.

„Das ist ein deutliches, schmerzhaften Zeichen. Ich weiß, welche Anfeindungen ich ertragen werden muss. Aber es ist leider aktuell die einzige Chance gegen die Klientelpolitik von Verwaltung und Rot-Grün in Dresden“, begründet Frau Töberich.

Hintergrund: Seit Jahren kämpft die Architektin um ihr Bauprojekt Marina Garden. Auf dem ehemaligen Gelände des Freiraum Elbtals (wurde Ende Februar geräumt), will sie Wohnungen bauen.

Nachdem sowohl Stadt als auch Stadtrat bis zur Juni-Flut 2013 für das Projekt waren, lehnt sowohl die neue Ratsmehrheit als auch Stadtplanungsamt und Umweltamt jetzt radikal ab.

Aus Sicht von Frau Töberich erfolgt das rechtswidrig und ist sogar strafrelevant.

„Die Stadt weiß, dass ein Hochwasserschutz nicht umsetzbar ist. Dennoch wird mit dieser Begründung mein Bauprojekt verhindert. Ich will diesen Sumpf trocken legen.“

Auch an Linken-Chef André Schollbach (36) und Grünen-Politiker Johannes Lichdi (51) lässt die Investorin kein gutes Haar.

„Herr Schollbach, Herr Lichdi und Teile der Verwaltung agieren wie man sich dies unter Stammesfürsten auf einem albanischen Hinterhof vorstellen mag“, ärgert sich die Architektin.

Die Stadt will sich zu den Plänen erst nächste Woche äußern.

Im rot markierten Bereich wird der Elberadweg gekappt.
Im rot markierten Bereich wird der Elberadweg gekappt.

Fotos: Steffen Füssel


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