Warum schickte die Polizei Demonstranten ins Center?

Dresden - Im Polizeikessel zum abendlichen Einkauf in die Altmarkt-Galerie? So mancher Passant schaute am Abend des 13. Februar ungläubig als die Polizei ein Grüppchen unter lautstarkem Protest mitten in das Einkaufszentrum lotste. Was war da los?

Rene Jahn (52) wollte mit einer Hand voll Anhängern durch die Stadt spazieren.
Rene Jahn (52) wollte mit einer Hand voll Anhängern durch die Stadt spazieren.  © Holm Helis

Bereits am 11. Februar hatte Pegida-Aktivist René Jahn (52) öffentlich zu einem "Spaziergang" anlässlich der Bombardierung Dresdens am 13. Februar 1945 aufgerufen.

Die Versammlungsbehörde sah das trotzdem nicht als Demonstration, auch nicht als sich dort zwölf Teilnehmer sammelten und losliefen.

Es dauerte nicht lange und schon stellten sich rund viermal so viele Gegner der "Ansammlung" gegenüber. Aus Polizeisicht wurde es nun auf der Wilsdruffer Straße vor der Altmarkt-Galerie kritisch: "An dieser Stelle drohte eine Auseinandersetzung der unterschiedlichen Lager", sagt Polizeisprecher Marko Laske (45).

"Um diese zu vermeiden, haben sich die Einsatzkräfte vor Ort dazu entschieden, die Spaziergänger durch das Einkaufzentrum Richtung Altmarkt zu führen. So konnte eine räumliche Trennung vorgenommen werden, auch blieb die Gruppe in Polizeibegleitung. Eine Absprache mit dem Center-Management gab es nicht, wäre auch nicht möglich gewesen."

Tatsächlich gab es bei dem Chaos um den "Spaziergang" keine Verletzten, die Center-Leitung äußerste sich am gestrigen Freitag nicht zu dem Einsatz.

"Scheißegal!": Reporter von Polizisten geschubst

Vor der "Altmarkt Galerie" wurde es plötzlich hektisch.
Vor der "Altmarkt Galerie" wurde es plötzlich hektisch.  © Holm Helis

Der Weg durch das Einkaufszentrum blieb nicht das einzige seltsame Vorkommnis rund um den Polizeieinsatz am 13. Februar: Eben um dieses Vorgehen zu beobachten, ging ein freier Journalist ebenfalls mit in die Altmarkt-Galerie, landete dabei zwischen zwei Polizeiketten.

Aus dieser Situation wollte ihn seinen Angaben zufolge ein Polizist nicht mehr rauslassen, soll auf den Presseausweis so reagiert haben: "Das ist mir scheißegal, der gilt hier nicht!"

Der Reporter zu TAG24: "Er drückte mich mit einem Stoß in den Bauch weg." Die Polizei räumte bei Twitter ein, dass es aufgrund der Situation "zum Abdrängen von Pressevertretern gekommen sein" könne.

Der Landesverband Sachsen des Deutschen Journalistenverbandes forderte ebenfalls über Twitter eine "Aufklärung im Umgang mit Medienvertretern".

Die Polizei verjagte einige linke Protestierer aus dem Einkaufstempel.
Die Polizei verjagte einige linke Protestierer aus dem Einkaufstempel.  © Holm Helis

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