Bündnisse rufen zu Protest gegen rechte Demos in Köthen auf

Köthen - Nachdem ein junger Mann aus Köthen bei einem Streit mit zwei ausländischen Mitbürgern gestorben ist, rufen mehrere Parteien, Organisationen und Netzwerke zu Protesten in der sachsen-anhaltischen Kreisstadt auf.

Die Familie von Markus B. (†22) marschierte nach dem Vorfall gemeinsam mit zahlreichen Bürgern, unter denen auch Personen aus dem rechten Spektrum waren, bei einem "Trauermarsch" durch Köthen.
Die Familie von Markus B. (†22) marschierte nach dem Vorfall gemeinsam mit zahlreichen Bürgern, unter denen auch Personen aus dem rechten Spektrum waren, bei einem "Trauermarsch" durch Köthen.  © Matthias Strauss

Bereits am Montag nahmen rund 550 Menschen an einem "Trauermarsch" für den 22-Jährigen teil, der laut Obduktionsergebnis während des Streits mit den Afghanen einen Herzinfarkt erlitten hat (TAG24 berichtete). Die AfD Sachsen-Anhalt legte einen Kranz für Markus B. nieder (TAG24 berichtete).

Tags zuvor waren bei einer ersten Spontandemonstration rund 2500 Menschen zusammengekommen (TAG24 berichtete). Unter den Demonstranten waren nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden zwischen 400 und 500 Rechtsextreme aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen.

Nun mobilisieren auch die Bündnisse "Halle gegen Rechts", "Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz", "#blockMD Magdeburg", "Bündnis Dessau Nazifrei" und "Querfurt für Weltoffenheit" ihre Anhänger. Am Sonntag wollen sie gemeinsam "der extremen Rechten entgegentreten!", so auch der Titel der Veranstaltung, die um 15 Uhr in Köthen stattfinden soll. Sie wollen geschlossen rechten Demonstranten entgegentreten. Unter diesen Demonstranten seien unter anderem Mitglieder von Pegida, dem "Compact"-Magazin und anderen rechten Gruppen.

Die Initiatoren von "Der extremen Rechten entgegentreten!" schreiben: "Reden von einem angeblichen 'Rassenkrieg', davon dass Linke und Journalistinnen und Journalisten 'brennen' werden, und die unzähligen Bezüge zum Nationalsozialismus – auch ganz offen mit der Parole 'Nationaler Sozialismus jetzt!' – waren in Köthen zu hören. [...] Dabei ging es der extremen Rechten noch nie und auch in Köthen nicht um die Trauer über einen jung zu Tode gekommenen Menschen. Sie benutzt einen Todesfall, um Teile der Bevölkerung pauschal als angebliche Tätergruppe anzugreifen, gegen sie zu hetzen und damit ihre rassistischen Ziele zu verfolgen." Die Bündnisse rufen dazu auf, "die rechtsextreme Dynamik in Köthen ernst zu nehmen und Zivilcourage zu zeigen."

TAG24 wird am Sonntag über die Ereignisse in Köthen berichten.


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