Das erwartet Berlin am 1. Mai: Feste, Demos, Krawalle!

Berlin - Zahlreiche Berliner nutzen den Brückentag am 30. April und fahren mit der Familie, Freunden oder auch solo an die Ostsee oder nach Brandenburg. Die verbleibenden haben zahlreiche Angebote zum Feiern, Demonstrieren oder Randalieren. Das erwartet Berlin!

Zahlreiche Menschen feiern in Kreuzberg beim "Myfest" den 1. Mai.
Zahlreiche Menschen feiern in Kreuzberg beim "Myfest" den 1. Mai.  © DPA

Private Feiern, Straßenfeste, Kundgebungen und Demonstrationen - in Berlin stehen an diesem Dienstag, dem 1. Mai, zahlreiche Veranstaltungen an, die die Berliner Polizei vor eine große Aufgabe stellen.

Wegen der üblichen und auch in diesem Jahr wieder erwarteten Gewaltausbrüche von Linksextremisten am Abend des 1. Mai in Kreuzberg wird auch die Polizei mit einem Großaufgebot vetreten sein.

Insgesamt sind 5200 bis 5300 Polizisten aus Berlin, neun anderen Bundesländern und von der Bundespolizei im Einsatz.

Bereits am Montagabend zogen die ersten linken Gruppen durch Wedding um gegen steigende Mieten, den Kapitalismus oder die AfD zu demonstrieren, wie TAG24 berichtete.

Erst die Gewerkschaften, dann die großen Feste

Zahlreiche Menschen sitzen im Görlitzer Park in Kreuzberg.
Zahlreiche Menschen sitzen im Görlitzer Park in Kreuzberg.  © DPA

Der Feiertag am Dienstag beginnt um 10 Uhr dann mit den großen Demonstrationszügen der Gewerkschaften von der Spandauer Straße zum Brandeburger Tor, wo es eine große Abschlusskundgebung (12 Uhr) geben wird.

Mittags beginnen die großen Feste in Kreuzberg: Das traditionelle "MyFest" (ab 11.30 Uhr) rund um die Oranienstraße lockt mit Konzerten, Künstler und Comedians.

Neu ist das "MaiGörli" (von 12 bis 23 Uhr) im Görlitzer Park. Zehntausende Besucher werden erwartet und können sich auf namenhafte DJs wie Oliver Koletzki oder Wankelmut freuen.

Der Görlitzer Park ist wegen des dortigen Fests erstmals abgesperrt, Besucher müssen durch Kontrollen. Der Bezirk will so Überfüllung und zu viel Müll vermeiden.

Demo der Israel-Hasser und Linke Aktion im Grunewald

Innensenator Geisel stellt bei einem Pressegespräch die Strategie der Polizei bei den Demonstrationen am 1. Mai vor.
Innensenator Geisel stellt bei einem Pressegespräch die Strategie der Polizei bei den Demonstrationen am 1. Mai vor.  © DPA

Eine linksradikale Splittergruppe namens Jugendwiderstand zieht unter dem Motto "Heraus zum Roten 1. Mai" ab 12 Uhr vom Karl-Marx-Platz zum Hermannplatz in Neukölln. Sie demonstrieren offenkundig gegen die Politik Israels und den Imperialismus. Weniger als 200 Personen werden erwartet.

Parallel startet die linke Polit-Gruppe "Quartiersmanagement Grunewald" eine Demo durch die Villengegend von Grunewald, wie TAG24 bereits darüber berichtete. Start der Veranstaltung ist 14 Uhr am S-Bahnhof Grunewald, wo der Zug von rund 200 Teilnehmern gegen 17 Uhr auch enden soll.

Gegen 18 Uhr will die linksextreme Szene wie in den vergangenen Jahren die übliche sogenannte revolutionäre 1.-Mai-Demonstration starten.

G20-Nachschlag auf den Kreuzberger Straßen?

Barbara Slowik, Berlins neue Polizeipräsidentin, gibt eine Pressekonferenz.
Barbara Slowik, Berlins neue Polizeipräsidentin, gibt eine Pressekonferenz.  © DPA

Seit vielen Jahren gibt es bei oder nach dieser Demonstration Gewaltausbrüche und Angriffe auf die Polizei.

In diesem Jahr bewertete Innensenator Andreas Geisel (52, SPD) die Situation "vielleicht etwas schwieriger als im vergangenen Jahr". Die linksextreme Szene trete einheitlicher auf, dazu käme der Kurdenkonflikt, der die Stimmung anheizen könne.

Die Veranstalter der Demonstration hatten angekündigt, Fahnen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zu zeigen. Auch die Straßenschlachten beim G20-Gipfel im vergangenen Sommer in Hamburg könnten die Linksautonomen bestärken, hieß es.

Die neue Polizeipräsidentin Barbara Slowik (52) kündigte aber an: "Wir werden mit allen sprechen, aber, und da können Sie sicher sein, bei Straftaten auch sehr konsequent vorgehen."

Zehn Staatsanwälte im Einsatz für rasche Haftbefehle

Polizisten stehen vermummten Teilnehmern der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" linker Gruppen gegenüber.
Polizisten stehen vermummten Teilnehmern der "Revolutionären 1. Mai-Demonstration" linker Gruppen gegenüber.  © DPA

Der Polizei-Einsatzleiter Siegfried-Peter Wulff hatte angekündigt, verbotene PKK-Fahnen nicht lange zu tolerieren. Die Polizei werde dann zwar nicht die Demonstration auflösen, aber die Delikte filmen und an geeigneten Stellen Fahnenträger festnehmen.

Die Polizei will die Demonstranten auch ohne Anmeldung wie im vergangenen Jahr erstmal akzeptieren. Ob der von dem Veranstalter geplante Marsch durch das volle Straßenfest möglich ist, sei aber abhängig von der Dichte der Menschenmenge. "Wenn es zu voll wird und zu gefährlich, dann können wir das nicht zulassen."

Rund um den 1. Mai werden zehn Staatsanwälte im Einsatz sein.

Sie halten sich bereit, um nach Festnahmen in der Walpurgisnacht, dem Feiertag und der Nacht zum 2. Mai zusammen mit der Polizei rasch ermitteln und Haftbefehle gegen Randalierer beantragen zu können.

Im Bereitschaftsgericht Tempelhof könnten dann Verdächtige ohne Verzug einem Haftrichter vorgeführt werden.

Touristen und feiernde Berliner müssen beachten, dass es wegen der vielen Demonstrationen Verkehrsbehinderungen gibt und auch viele Buslinien nicht wie geplant fahren.

Titelfoto: DPA


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