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Warum die Gesellschaft ohne Versicherungen zusammenbrechen würde

Dresden - Sein Credo klingt schlüssig: „Man muss den Mut haben, Versicherungen einfacher zu machen. Denn komplex kann jeder, einfach ist die Kunst“, sagt Stefan Knoll (58), Gründer und Chef der Deutschen Familienversicherung.

Dresden - Sein Credo klingt schlüssig: „Man muss den Mut haben, Versicherungen einfacher zu machen. Denn komplex kann jeder, einfach ist die Kunst“, sagt Stefan Knoll (58), Gründer und Chef der Deutschen Familienversicherung.

Jurist, Offizier und Unternehmer: Top-Manager Stefan Knoll (58) findet das Geschäft mit Versicherungen „hochspannend“.
Jurist, Offizier und Unternehmer: Top-Manager Stefan Knoll (58) findet das Geschäft mit Versicherungen „hochspannend“.

Für den Antrag auf eine Police braucht es nach Vorstellung des Unternehmers keinen Wust von Papieren - so ähnlich wie einst die Idee von der Steuererklärung auf einem Bierdeckel.

Was der Manager über seine Branche, die deutsche Angst und Parallelen aus der Versicherungswelt zum fiktiven Büro-Alltag der TV-Serie „Stromberg“ denkt, hat er im Gespräch mit MOPO-Redakteur Thomas Schmitt verraten.

MOPO24: Wie kommt jemand überhaupt auf die Idee, eine Versicherung zu gründen?

Stefan Knoll: Diese Frage stelle ich mir heute manchmal auch. Ich habe 1988 bei der Allianz angefangen zu arbeiten. Nicht wissend, was Versicherung bedeutet. Mich hat dieses Metier von Anfang an fasziniert, weil Versicherungen alles abbilden, was es gibt - Lebenswirklichkeiten, Risikomanagement, Politik. Umweltfragen spielen genauso eine Rolle wie die Veränderungen in der Gesellschaft, wie der Lebenswandel des Einzelnen, Gesundheit.

Versicherung ist im Grunde ein Schnitt quer durch das Leben. Und ich habe mir vorgenommen, dass ich irgendwann einmal eine eigene Versicherung haben würde. Das ist eine sehr frühe Idee gewesen.

MOPO24: Und wie funktioniert das dann genau?

Stefan Knoll: Ich musste zunächst mein Angestelltenverhältnis einfach beenden,trotz großen Erfolgs. Und ich habe mich dann mit meinem ersten Unternehmen selbstständig gemacht, das wir nach elf Jahren beim Stand von 3500 Mitarbeitern und 200 Millionen Euro Dienstleistungsumsatz verkauft haben. Und damit waren wir - mein Partner Philipp Vogel und ich - finanziell in der Lage, eine Versicherungsgesellschaft zu gründen.

Will Versicherungen einfacher machen: Stefan Knoll (58) im Gespräch mit MOPO24-Redakteur Thomas Schmitt.
Will Versicherungen einfacher machen: Stefan Knoll (58) im Gespräch mit MOPO24-Redakteur Thomas Schmitt.

MOPO24: Wie ging´s dann los?

Stefan Knoll: Wir haben uns ein Büro gemietet in Frankfurt. Da waren zwei Schreibtische drin. Da saßen wir, haben uns angeguckt und gesagt: „Wir gründen jetzt eine Versicherungsgesellschaft.“ Zum 1. anuar 2007 bekamen wir dann die Zulassung.

MOPO24: Aber war denn da noch Platz für eine weitere Assekuranz?

Stefan Knoll: Der Markt ist in der Tat verteilt. Und man könnte als Außenstehender glauben, er ist gesättigt. Das ist aber bei genauerem Hinsehen nicht richtig. Um es mit der imposantesten Zahl deutlich zu machen: Die Pflegezusatzversicherung haben heute zwischen fünf und sieben Prozent der Deutschen abgeschlossen. Also ist dort jede Menge Potenzial. Und es gibt eine immense Nachfrage, nach verständlichen Versicherungsprodukten, die vom Markt nicht befriedigt wird. Das war unser Anspruch: Wir wollten das besser machen, was uns bei den anderen gestört hat.

MOPO24: Und wie kriegen Sie das hin?

Stefan Knoll: Wir setzen zum Beispiel auf Geschwindigkeit. Wir haben nicht mehr Hierarchie-Ebenen als die Katholische Kirche. Diese kommt mit 2,4 Milliarden Gläubigen mit drei Ebenen aus, wir kommen mit 140 Mitarbeitern ebenso damit aus. Bei uns kann ein Mitarbeiter gestalten. Wenn wir ein neues Produkt entwerfen, dann sitzen wir mit unseren Mitarbeitern am Tisch und streiten um die Frage: Wollen wir das reinbringen?

MOPO24: Das Image von Versicherungen ist ja eher langweilig und spießig. Warum eigentlich?

Stefan Knoll: Ich finde Versicherungen hochspannend, weil wir, wie gesagt, Lebenswirklichkeiten abbilden. Wir müssen uns mit allem beschäftigen - mit der Frage des Rauchens, mit der Frage von Schwangerschaften, mit der Frage von Einbruch-Wahrscheinlichkeiten, von Umweltschäden. Weil das alles Auswirkungen hat auf das, was wir tun. Eine moderne Gesellschaft ist ohne Versicherung nicht funktionsfähig. Es würde alles hier zusammenbrechen. Und das macht Versicherung interessant. Klar gibt es auch Bereiche, die furchtbar langweilig sind. Wenn Sie etwa den ganzen Tag Kfz-Versicherungsscheine ausstellen, werden Sie abends vielleicht nicht als der prickelndste Gastgeber wahrgenommen.

Stromberg und sein Mitarbeiter Berthold „Ernie“ Heisterkamp - die fiktive Büro-Welt der Versicherungsbranche ist von der realen gar nicht so weit entfernt.
Stromberg und sein Mitarbeiter Berthold „Ernie“ Heisterkamp - die fiktive Büro-Welt der Versicherungsbranche ist von der realen gar nicht so weit entfernt.

MOPO24: So in etwa wie in der Comedy-Serie „Stromberg“?

Stefan Knoll:
Das ist alles wahr. Ich glaube „Stromberg“ verstehen Versicherungsleute mehr als diejenigen, die nicht aus der Branche kommen. Ich habe „Stromberg“ auf einem Flug nach Amerika gesehen. Ich habe so gelacht, dass sich die Leute nach mir umgedreht haben. Weil ich finde, er trifft manches schon sehr konkret. Aber eine solche Serie könnte man schon auch in manch anderen Unternehmen drehen.

MOPO24: Gerade uns Deutschen wird ja immer so eine gewisse Ängstlichkeit unterstellt. Gehört Angst zum Geschäftsmodell?

Stefan Knoll:
Man könnte natürlich auch sagen: Ist nicht die Versicherungsbereitschaft der Deutschen, wenn es die denn gibt, Ausdruck von Vorausschau? Denn was bedeutet Versicherung? Doch nichts anderes als die Atomisierung des Einzelrisikos, also die Verteilung des einzelnen Risikos auf die Gemeinschaft. Die ersten Pflichtversicherungen, die in Deutschland gegründet wurden, waren Feuerversicherungen, weil man das Risiko des Einzelnen verlagern wollte auf eine Gemeinschaft und weil man sagt, damit werden wir leichter fertig. Insofern muss Versicherung nicht unbedingt Ausdruck von Angst sein.

MOPO24: Wie sieht denn die Zukunft der Versicherungen angesichts der Niedrigzinsphase aus?

Stefan Knoll: Das halte ich für eine der großen Herausforderungen der nahen Zukunft. Die Europäische Zentralbank (EZB) sagt, die nächsten 40, vielleicht auch nur 35 Jahre, werden wir eine relative Niedrigzinsphase haben. Ich nehme in der Politik keine Reaktion wahr, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt. Kein Mensch fragt, wie diese Gesellschaft aussieht, wenn wir 40 Jahre Niedrigzinsphase haben. Dann sind die sozialen Sicherungssystem im Eimer. Dann ist dieses Land verarmt. Dann wird dieses Land gesellschaftspolitisch völlig anders dastehen, als es heute dasteht. Und darüber spricht kein Mensch. Da frage ich mich, welcher Sachverstand da bei der Politik existiert.

Auf die richtige Pflege kommt es an: Aber wie wird die organisatorisch und finanziell zu stemmen sein?
Auf die richtige Pflege kommt es an: Aber wie wird die organisatorisch und finanziell zu stemmen sein?

MOPO24: Eine ganz andere Zukunftsfrage ist das Thema Pflege. Was ist denn dort staatliche und was private Aufgabe?

Stefan Knoll: Der Staat ist im Grundsatz nicht für die individuelle Daseinsvorsorge da. Wir müssen schon selbst vorsorgen. Wir haben uns aber irgendwann mal entschieden, dass der Staat auch da eingreifen soll. Das ist auch in Ordnung, weil wir ein Sozialstaat sind und den Menschen einen bestimmten Sockel an Absicherung gewähren müssen. Aber es ist nicht Aufgabe des Staates, die vollständige Absicherung seiner Bürger bis hin zur Unmündigkeit vorzuschreiben. Und insofern finde ich es richtig, dass wir die Pflegeversicherung so ausgestaltet haben, dass wir sagen, es ist quasi eine Teilkasko-Versicherung und der Einzelne muss individuell etwas tun.

MOPO24: Geht es ausschließlich um die Finanzierung?

Stefan Knoll: Ein anderes Problem, das auf uns zukommt und das wir gar nicht auf dem Zettel haben, ist die Organisationsproblematik. Denn einer muss ja die Leute auch pflegen. Wir haben die Situation, dass die jungen Menschen heute schon und in der Zukunft noch mehr typischerweise nicht dort leben, wo die Eltern leben. Und es gibt von den jungen Menschen eben statistisch auch nur einen pro Familie. Und mit der Abschaffung der Wehrpflicht haben wir auch keine Zivildienstleistenden mehr. Da wird man sich Gedanken machen müssen.

MOPO24: Unsere Gesellschaft droht zu vergreisen. Droht uns die Diktatur der Alten?

Stefan Knoll: Eine Diktatur der Alten wird es im Finalen nicht geben. Höchstens vorübergehend. Sie wird aber deshalb nicht stattfinden, weil die Feuerwehrleute und Polizisten von den Jungen gestellt werden. Der 70-Jährige klettert nicht mehr die Drehleiter hoch. Die Alten werden sich also irgendwie mit den Jungen arrangieren. Und wir sind gut beraten, wenn wir die numerische Mehrheit, die wir bei Wahlen haben, sehr vorsichtig einsetzen, wenn es darum geht Entscheidungen zu treffen, die sich gegen die Jugend richten. Ich sage auf der anderen Seite aber auch: Die Jugend wird vielleicht auch langsam aufwachen müssen. Meine Generation war in diesem Alter deutlich politischer, als das heute der Fall ist.

Fotos: Eric Münch, imago

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