Sächsisch-Nachhilfe für "Serienmörder"

Leipzig - Für die Buchverfilmung "Der Goldene Handschuh" musste Schauspieler Jonas Dassler mehrere Stunden in der Maske sitzen, um sich in einen entstellten Mörder zu verwandeln. Doch nicht nur das Äußere musste der 23-Jährige ändern. Die Leipziger Kommunikationstrainerin Annekatrin Michler hat dem Serienkiller auch Sächsisch beigebracht.

Schauspieler Jonas Dassler (23) und Sprachtrainerin Annekatrin Michler.
Schauspieler Jonas Dassler (23) und Sprachtrainerin Annekatrin Michler.  © privat

Im Film spielt Jonas Dassler den Serienmörder Fritz Honka (†63), der im Hamburg der frühen 70er-Jahre vier Frauen grausam getötet hat. Honka war eigentlich gebürtiger Sachse, lebte viele Jahre in Leipzig. Regisseur Fatih Akin wollte, dass seine Hauptfigur dem Original so nahe wie möglich kommt.

Drei Wochen lang haben Dassler und Michler intensiv "Säggs'sch" gepaukt. Geübt wurde in Berlin, Wittenberg und auch am Set in Hamburg. Dassler, der ursprünglich aus Nordrhein-Westfalen kommt, sei ein Musterschüler gewesen. Für die Figur des berühmten Mörders habe Annekatrin Michler ein sehr "leichtes" Sächsisch gewählt. "Ich musste aufpassen, dass ich nicht zu viele Klischees bediene", sagt Michler. "Diese Figur ist schon fast unerträglich. Wenn der dann noch so ein stumpfes Sächsisch reden würde..."

Annekatrin Michler hat bereits die Darsteller des Udo-Lindenberg-Musicals "Hinterm Horizont" gecoacht. Darsteller Marc Hosemann allerdings, der im Film Fritz Honkas Bruder spielt und Ur-Hamburger ist, konnte sich mit dem Dialekt nicht anfreunden. "Er hat richtig gelitten", erinnert sich die Leipzigerin. "Fatih Akin hat dann gesagt, dass wir es bleiben lassen."

Das Ergebnis ihrer Arbeit hat Michler bisher noch nicht im Kino gesehen. Zur Filmpremiere, zu der sie auch eingeladen war, lag sie mit einem Virusinfekt im Bett.

Der Filmausschnitt zeigt Fritz Honka (Jonas Dassler), wie er eine der Frauen tötet.
Der Filmausschnitt zeigt Fritz Honka (Jonas Dassler), wie er eine der Frauen tötet.  © Gordon Timpen/Warner Bros./dpa

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