Der "Gute Geist" von Zwickau kämpft gegen Mülltouristen

Florian Siebert (31) betreibt in Zwickau ein Second-Hand-Kaufhaus.
Florian Siebert (31) betreibt in Zwickau ein Second-Hand-Kaufhaus.

Zwickau - Toll: Ein Second-Hand-Kaufhaus mitten in Zwickau. Wo es vom Aschenbecher bis zum Zahnputzbecher alles gibt. Zwar gebraucht, aber noch verwertbar und für kleines Geld. Zwickaus „Gute Geister“.

Doch das nutzen Spitzbuben eiskalt aus. Vor allem am Wochenende laden sie heimlich ihren Sperrmüll vor den Toren des Unternehmens ab. Kaputte Kühlschränke, defekte Elektrogeräte, zertrümmerte Betten. Das ärgert Florian Siebert (31), den Chef des Second-Hand-Kaufhauses. Der muss den Müll nämlich entsorgen. Auf eigene Kosten.

„Da kommen im Jahr so um die 5000 Euro an Gebühren zusammen.“ Geld, was die kleine Firma (6 Mitarbeiter) nur schwer aufbringt. Und die dreisten Müll-Desperados kommen immer wieder.

Elena Bachmann (20) mit Baby Stella und Freundin Claudia Weiß (17) suchen Möbel im Second-Hand-Kaufhaus.
Elena Bachmann (20) mit Baby Stella und Freundin Claudia Weiß (17) suchen Möbel im Second-Hand-Kaufhaus.

„Wir sind doch keine Müllkippe“, ärgert sich Siebert.

Auf 1000 Quadratmetern bietet er in der Audistraße 9 rund 30000 Artikel an. Die Kunden: Vom Hartz-IV-Empfänger bis zum Porsche-Fahrer alles.

Eine komplette Küche mit Spüle für 250 Euro, eine Ledercouch für 85 Euro oder eine Anbauwand für 100 Euro. Siebert bietet dabei nur Waren an, die „er sich selbst auch in die Wohnung stellen würde.“ Wer auf DDR-Charme steht, sei bei ihm falsch.

Das Interesse unter den Zwickauern ist groß. „Pro Woche haben wir etwa 1000 Kunden“, sagt Siebert.

Das Second-Hand-Kaufhaus in der Audistraße in Zwickau.
Das Second-Hand-Kaufhaus in der Audistraße in Zwickau.

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