Vierter Versuch: Ex-FDP-Chef wieder vor Gericht

Leipzig - Er stieg schnell auf, fiel dann aber tief: Leipzigs früherer FDP-Chef und OB-Kandidat Dr. Ulrich Keßler (58) beschäftigt seit mehr als zehn Jahren die Justiz.

Ulrich Keßler posierte 2005 vor seinem Wahlplakat. Im OB-Wahlkampf holte er damals nur 2,4 Prozent der Wählerstimmen.
Ulrich Keßler posierte 2005 vor seinem Wahlplakat. Im OB-Wahlkampf holte er damals nur 2,4 Prozent der Wählerstimmen.  © Ullstein

Die Staatsanwaltschaft wirft dem einstigen Staranwalt Untreue vor. Der Ex-Politiker sieht sich hingegen als Opfer einer staatlichen Intrige - und hat darüber sogar ein Buch geschrieben.

Am Freitag versucht das Landgericht Leipzig im vierten Anlauf, die Vorwürfe zu klären.

In der Sache geht es um knapp 70 000 Euro, die Anwalt Keßler im Auftrag zweier Firmen 2008 treuhänderisch verwalten sollte. Laut Anklage soll er das Geld jedoch beiseite geschafft haben - möglicherweise, um private Schulden zu tilgen.

Seit 2011 versucht das Landgericht, den Fall zu verhandeln. Doch immer, wenn der Prozess anstand, meldete sich Keßler krank. In seinem Internet-Blog bezeichnet der einstige FDP-Chef seine Verhandlungsunfähigkeit als „Langzeitwirkung der weißen Folter“ durch die Justiz.

Seine Verteidigungsschrift brachte Keßler stattdessen 2018 in Buchform heraus. Titel: „Der hybride Rechtsstaat“.

Darin beschreibt sich der aus dem Saarland stammende FDP-Politiker, der in jenem Jahr angeklagt wurde, als Sachsen eine schwarz-gelbe Regierung bekam (2009), als Opfer der „herrschenden politischen Kaste“.

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