Der Slogan muss weg! Bielefelder Bierbrauer erhält Unterlassungsklage

Mike Cacic hält stolz sein eigenes Bier hoch.
Mike Cacic hält stolz sein eigenes Bier hoch.

Bielefeld - Das "Bielefelder Flutlicht" ist ziemlich neu am Markt. Seit etwa einem Jahr gibt es das Bier erst zu trinken und schon hat das Ein-Mann-Unternehmen des Bielefelders Mike Cacic schon Probleme.

Anfang Mai lag eine Abmahnung bei ihm im Briefkasten von der Wettbewerbszentrale. Die "Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs" hatte ihn somit auf dem Kieker.

Zwei Punkte wurden von der Zentrale kritisiert. Zum einen beschwerte sie sich, dass er sein Produkt als Bielefelder Bier anpreise, obwohl es seit November 2016 in der Schlossbrauerei Rheder in Brakel (Kreis Höxter) gebraut werde und zum anderen störte sie sich an dem Werbeslogan des Bieres "Endlich kein Bier mehr aus Herford".

Ihrer Meinung nach eine klare Verunglimpfung des Mitbewerbers. Daher sollte eine gleichzeitig mitverschickte Unterlassungsklage den 28-Jährigen dazu zwingen, kein "Bielefelder Flutlicht" mehr zu verkaufen, das nicht in Bielefeld gebraut wurde.

Dieser Werbeslogan darf das Bier "Bielefelder Flutlicht" bald nicht mehr zieren.
Dieser Werbeslogan darf das Bier "Bielefelder Flutlicht" bald nicht mehr zieren.

Außerdem stand in der Unterlassungsklage geschrieben, dass der Werbespruch, der sich auf den Biergiganten aus Herford bezieht, zukünftig nicht mehr verwendet wird. Für die Wettbewerbszentrale sei der Slogan eine "unzulässige Schmähkritik".

Nun kommt der Jung-Unternehmer in Erklärungsnot, da die Nachfrage nach Aufklebern, T-Shirts und Pullovern mit dem Spruch groß sei. "Die kann ich alle wegwerfen", sagte der Bielefelder gegenüber der Neuen Westfälischen.

Denn das Prozesskostenrisiko einer Unterlassungsklage möchte er nicht eingehen. "Mit dem Ort der Brauerei haben sie ja Recht", räumte er zudem ein. Daher habe er sich auch schon mit der Wettbewerbszentrale auseinandergesetzt und ausgehandelt, zukünftig auf dem Etikett "gebraut in Brakel" steht.

Trotzdem rechnet er mit einem Schaden von mindestens 5000 Euro, da er nur bis zum 1. Juli 2017 Zeit hat, seine 4000 gelagerten Vierträger zu verkaufen. Für seine 320.000 bereits bedruckten Bierflaschenetiketten hingegen noch bis zum 1. Oktober.

UPDATE, 20 Uhr: Rechtsanwalt Jan-Christian Hochmann hat sich bei Cacic gemeldet und will für den Slogan kämpfen: "Der Spruch besagt ja nicht, dass das Bier aus Herford schlecht ist. Ich sehe in diesem Spruch eher eine Lokalrivalität", wird er in der Neuen Westfälischen zitiert.


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