Der Wilde Robert rattert wieder durch Sachsen

Der „Wilde Robert“ ist eine Art Wahrzeichen in Nordsachsen.
Der „Wilde Robert“ ist eine Art Wahrzeichen in Nordsachsen.  © Ove Landgraf

Oschatz – Elf Jahre herrschte Stillstand auf der Schmalspurstrecke nach Kemmlitz. Am Wochenende war die Sanierung nun endgültig Geschichte, die Döllnitzbahn konnte erstmals wieder in den Ort einfahren.

Seit rund 130 Jahren ist der "Wilde Robert" eine Institution zwischen Mügeln, Döbeln und Oschatz: Im 19. Jahrhundert gab es ein ganzes Netz an Schmalspurbahnen im Freistaat Sachsen.

Besonders der Abbau von Kaolin bei Kemmlitz, einem wichtigen Stoff für die Porzellanherstellung, brachte dem Zug einen Aufschwung. Mussten bis 1903 Pferdefuhrwerke den Stoff nach Oschatz bringen, fuhr ab dann der erste Zug.

Bis 2001 rollten die Gütertransporte noch mit Kaolin aus Kemmlitz - die letzte Schmalspurbahn mit Gütertransport in Sachsen. Bis ins Jahr 2006 dampften noch vereinzelt Traditionszüge, dann musste die Strecke wegen massiver Schäden gesperrt werden.

Vor anderthalb Jahren packten Eisenbahnfans dann an, bauten die 2,7 Kilometer lange Strecke bis Kemmlitz-Ort wieder auf: Unter großem Andrang rollte am Sonnabend wieder die erste Schmalspurdampfok in den Bahnhof ein. Vorerst sollen die Züge zwischen Mügeln und Döllnitz nur an Wochenenden und in den Schulferien fahren.

Titelfoto: Ove Landgraf


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