St.-Pauli-Knipser Diamantakos gibt Derby-Versprechen ab

Hamburg - Dimitrios Diamantakos ist in der Form seines Lebens! Das soll am Montag auch der Hamburger SV im Derby zu spüren bekommen.

Dimitrios Diamantakos jubelt über eines seiner drei Saisontore.
Dimitrios Diamantakos jubelt über eines seiner drei Saisontore.  © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

In den bisherigen fünf Ligaspielen hat der griechische Stürmer des FC St. Pauli bereits drei Treffer erzielt, dazu kommt das Tor gegen den VfB Lübeck im DFB-Pokal.

"Ich habe gesagt: 'Wenn ich spiele, dann treffe ich auch'", erklärt Dimitrios Diamantakos. Saisonübergreifend hat er sogar in den vergangenen neun Ligaspielen sechsmal geknipst.

Seitdem Jos Luhukay das Zepter beim Kiezclub übernommen hat, scheint es für den Griechen am Millerntor zu laufen. Er spürt das Vertrauen des Trainers.

Gegen Dynamo Dresden zahlte er dies mit zwei Treffern zurück. "An erster Stelle stehen die drei Punkte, dann kommen die Tore. Ich gewinne lieber und treffe nicht", stellt er sein Ego hinten an.

Es sei egal, ob er selbst 10, 15 oder 20 Tore in einer Saison schießen würde. Diamantakos wolle der Mannschaft helfen.

Und das schafft er in dieser Saison. "Ich bin fit und gesund. Das ist die Basis", weiß auch er. Dafür hat er in der Sommerpause auf die USA-Reise der Kiezkicker verzichtet und sich mit seinem Physio in Griechenland auf die neue Saison vorbereitet.

Die Arbeit hat sich gelohnt. Es scheint, als stünde derzeit der beste Diamantakos auf dem Platz, den es je beim FC St. Pauli nach seiner Ankunft im Januar 2018 gegeben habe.

Herbe Derby-Pleite von der Bank aus beobachtet

Mit seinem Körper schirmt der Stürmer den Ball vor seinem Gegenspieler ab.
Mit seinem Körper schirmt der Stürmer den Ball vor seinem Gegenspieler ab.  © Christian Charisius/dpa

"Ich war letztes Jahr öfter verletzt. Es ist schwer, wenn man nicht spielt", blickt der 26-Jährige zurück. So absolvierte der Mittelstürmer nur 18 Partien, in denen er immerhin sieben Treffer erzielte.

Die herbe 0:4-Derbypleite am Millerntor gegen den HSV sah Diamantakos von der Bank aus. "Wir wollen es besser machen, als in der letzten Saison", versichert er.

Die Niederlage steckt noch vielen in den Köpfen. Teamkollege Marvin Knoll wünschte dem Erzrivalen sogar nicht den Aufstieg, um die Pleite wiedergutmachen zu können.

Ganz so weit wollte Dimitrios Diamantakos nun nicht gehen, aber auch er weiß um die Bedeutung des Derbys.

"In der letzten Saison war beim Derby eine super Atmosphäre, aber das Resultat war schlecht", erinnert sich der 26-Jährige.

Die Mannschaft ließ sich von den zahlreichen Pyro-Unterbrechungen aus dem Rhythmus bringen und ging baden. "Die Pyros waren nicht gut", erklärt Diamantakos, für den das Abbrennen der Feuerwerkskörper normal sei.

Diamantakos will zurück in die Nationalmannschaft

Beim 0:0 im Volksparkstadion versuchte Diamantakos einen Schuss von HSV-Spieler Aaron Hunt abzuwehren.
Beim 0:0 im Volksparkstadion versuchte Diamantakos einen Schuss von HSV-Spieler Aaron Hunt abzuwehren.  © Christian Charisius/dpa

Schließlich ist er aus seiner Heimat Griechenland anderes gewohnt. Mit Olympiakos Piräus spielte er die Derbys gegen PAOK Thessaloniki, AEK Athen und Panathinaikos Athen. "Hier ist alles ruhiger", versichert er. In Griechenland geht es eine Woche vor und eine Woche nach einem Derby hoch her.

Es seien nur Heimfans zugelassen und die würden so viel Pyro zünden, dass die Mannschaft die kommenden Spiele ohne eigene Fans auskommen müsse.

Im März kam es sogar zum Abbruch der Partie zwischen Panathinaikos und Olympiakos. Darauf würde Diamantakos am Montag gerne verzichten.

Offen ist noch, wie es für den Griechen nach dieser Saison beim FC St. Pauli weitergeht, sein Vertrag läuft aus. "Wir werden gucken", sagte er und ließ sich nicht in die Karten blicken. Nach seiner Drei-Spiele-Sperre im DFB-Pokal ist zumindest dieser Wettbewerb bis auf Weiteres für ihn erledigt. "Im Halbfinale bin ich wieder dabei", sagt er mit einem Augenzwinkern.

Eine wichtige Rolle dürfte dabei spielen, ob er beim Kiezclub wieder in den Fokus der Nationalmannschaft rücken kann. Bei den jüngsten EM-Qualifikationsspielen wurde er von Trainer John van 't Schip nicht berücksichtigt.

Nach der Niederlage gegen Finnland und dem Unentschieden gegen Liechtenstein ist die EM allerdings in weite Ferne gerückt. "Wir haben einen neuen Trainer, die EM-Quali ist jetzt gelaufen. Wir müssen die WM ins Auge fassen und eine neue Mannschaft aufbauen", erklärt Diamantakos. Am liebsten mit ihm selbst. "Ich mache meinen Job."

Und den, so hoffen die Verantwortlichen und Fans des FC St. Pauli, auch noch möglichst lange im Trikot der Kiezkicker.

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