Derbysieger 2.0! FC St. Pauli lässt den HSV erneut alt aussehen

Hamburg - Was für eine Überraschung! Der Hamburger SV hat auch das zweite Stadtderby gegen den FC St. Pauli verloren. Vor 57.000 Zuschauern im ausverkauften Volksparkstadion lautete das Ergebnis wie schon im Hinspiel 2:0 (2:0) für die Kiezkicker. Die Tore erzielten Henk Veerman und Matt Penney.

Henk Veerman jubelt über St. Paulis Führungstor.
Henk Veerman jubelt über St. Paulis Führungstor.  © Axel Heimken/dpa

HSV-Trainer Dieter Hecking tauschte seine Startelf im Vergleich zum Last-Minute-Remis bei Hannover 96 auf zwei Positionen. Kapitän Aaron Hunt ersetzte den verletzten Jeremy Dudziak, Joel Pohjanpalo stürmte für Lukas Hinterster.

St.-Pauli-Coach Jos Luhukay wechselte ebenfalls auf zwei Positionen. Matt Penney spielte für Luca Zander, Dimitrios Diamantakos für Viktor Gyökeres.

Nachdem es rund eine Stunde vor dem Anpfiff zu Auseinandersetzungen im Stadion kam, pfiff Schiedsrichter Manuel Gräfe die Partie pünktlich um 13.01 Uhr an.

Der HSV übernahm von Beginn an die Kontrolle und kam in der Anfangsviertelstunde zu drei Großchancen.

In der siebten Minute traf Sonny Kittel aus 16 Metern die Latte, den Nachschuss von Louis Schaub fälschte St.-Pauli-Kapitän Daniel Buballa noch zur Ecke ab.

Nur drei Zeigerumdrehungen später ließ sich dieser von Bakery Jatta an der Grundlinie abkochen. Den Querpass des Gambiers setzte Pohjanpalo an den Außenpfosten. Spätestens jetzt hätte der HSV führen müssen.

In der Folge kam St. Pauli besser in die Partie und ging nach 21 Minuten wie aus dem Nichts durch Henk Veerman in Führung. Nach einem Fehlpass von Schaub kam der Niederländer an den Ball, ließ Landsmann Rick van Drongelen sowie Hunt stehen und lupfte den Ball cool über HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes zur Gäste-Führung ins Tor.

FC St. Pauli legt vor der Pause nach

Niederländer unter sich: Rick van Drongelen und Henk Veerman im Kopfball-Duell.
Niederländer unter sich: Rick van Drongelen und Henk Veerman im Kopfball-Duell.  © Christian Charisius/dpa

Die Kiezkicker waren von da an besser im Spiel und setzten in der 29. Minute noch einen oben drauf. Die HSV-Abwehr blockte einen Becker-Schuss genau vor die Füße von Penney ab. Der Engländer fasste sich aus der Distanz ein Herz und erhöhte trocken.

Der HSV zeigte sich geschockt und musste den Rückstand erst einmal verdauen. So hatten Trainer Hecking und seine Mannschaft sich das Spiel nicht vorgestellt.

St.-Pauli-Coach Luhukay wechselte nach 35 Minuten das erste Mal. Für Becker brachte er Marvin Knoll in die Partie. Eine Verletzung des Youngster war nicht zu erkennen. Der Tausch hatte wohl taktische Gründe.

Vor der Pause hatten Jatta und auf der Gegenseite Diamantakos für ihre Teams je noch eine Chance, doch beide verzogen.

Mit einem 0:2 und einem gellenden Pfeifkonzert ging es für den HSV in die Kabine.

Nach dem Wiederanpfiff übernahm die Hecking-Elf sofort die Kontrolle, doch St. Pauli hatte die ersten Chancen. Der eingewechselte Knoll scheiterte erst mit einem Kopfball an Heuer Fernandes (51.) und setzte kurz darauf eine Freistoß aus 22 Metern nur knapp neben das Tor (58.).

Der HSV zeigte sich wenig ideenreich gegen die kompakte Gäste-Abwehr, was die Fans mit Pfiffen quittierten. Trainer Hecking reagierte daher und brachte Martin Harnik und David Kinsombi für Kittel und Hunt (62.).

VAR erkennt HSV-Anschlusstreffer ab

Waldemar Sobota grätscht Gideon Jung den Ball vom Fuß.
Waldemar Sobota grätscht Gideon Jung den Ball vom Fuß.  © Christian Charisius/dpa

In der 67. Minute kam es augenscheinlich noch schlimmer für den HSV. Nach einer abgewehrten Ecke köpfte St. Paulis Benatelli den Ball aus elf Metern ins Tor. Doch der VAR schritt ein und entschied auf Abseits.

Damit blieb das Spiel spannend, auch weil es auf dem Rasen mehr und mehr zur Sache ging. Jetzt war auch auf dem Platz Derby-Stimmung.

In der 71. Minute reagierte HSV-Trainer Hecking ein drittes Mal und brachte Lukas Hinterseer für Jatta.

St. Pauli agierte weiterhin clever und schaffte es in der Offensive, immer wieder Nadelstiche zu setzen. Der HSV versuchte zwar irgendwie offensiv etwas zu bewegen, blieb aber glücklos.

Das Spiel plätscherte jetzt schon fast vor sich hin. Vor allem die HSV-Fans wurden immer ungeduldiger.

Doch dann durften die Anhänger endlich jubeln. Hinterseer drückte den Ball per Kopf nach einer Ecke über die Linie. Doch zuvor hatte Pohjanpalo diesen mit der Hand gespielt. So entschied der VAR auf Aberkennung des Treffers. Das hätte noch einmal für Spannung gesorgt.

Doch so spielte St. Pauli das Spiel runter, während dem HSV trotz Bemühungen nicht mehr viel glücken wollte. Lediglich ein Schuss von Harnik, den Himmelmann mit einer schönen Flugparade entschärfte, sorgte noch für Gefahr.

Dadurch blieb es beim nicht unverdienten Sieg der Kiezkicker beim Erzrivalen. Damit hat der FC St. Pauli in dieser Saison beide Partien gegen den HSV mit 2:0 gewonnen.

Während die Kiezkicker neben dem Derbysieg auch den ersten Auswärtssieg der Saison feierten, verpasste der HSV einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg.

So starteten beide Mannschaften in das Derby

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