Derzeit teuerstes Chemnitzer Bauprojekt: So weit ist die Bibo-Baustelle!

Knapp 12.200 Quadratmeter Nutzfläche für die Zentralbibliothek und das 
Universitätsarchiv entstehen derzeit. Architekt Siegmar Lungwitz gab beim 
Absolvententag der TU schon mal erste Einblicke.
Knapp 12.200 Quadratmeter Nutzfläche für die Zentralbibliothek und das Universitätsarchiv entstehen derzeit. Architekt Siegmar Lungwitz gab beim Absolvententag der TU schon mal erste Einblicke.  © Kristin Schmidt

Chemnitz - Es ist die derzeit größte und teuerste Baustelle der Stadt: Die Alte Aktienspinnerei an der Straße der Nationen wird für 49,5 Millionen Euro aufwendig zur Zentralbibliothek für die TU Chemnitz umgebaut. TAG24 durfte beim Absolvententag der Uni schon mal einen Blick auf die Baustelle werfen und schauen, wie es vorangeht.

„Täglich werkeln rund 60 Arbeiter auf dem Gelände“, sagt Petra Brommer (55) vom Sächsischen Immobilien- und Baumanagement, das die Spinnerei für den Freistaat Sachsen verwaltet. Seit Ende März steht fest, dass der Mega-Bau, anders als bisher geplant, nicht mehr in diesem Jahr fertig wird. Schuld war die Statik. „Diese Probleme konnte man beheben und durch Überarbeitung des Bauablaufes die verlorene Zeit teilweise kompensieren.“ Neuer Termin: Sommer 2019.

6500 Tonnen Bauschutt sind bei der Entkernung bisher angefallen. Nach historischem Vorbild wurden die Fensteröffnungen vergrößert, die Gewölbe saniert und erneuert. „Allein dafür waren 1700 Quadratmeter Leichtbeton notwendig. Derzeit werden Naturstein- und Putzarbeiten an der Fassade durchgeführt, die fast fertiggestellt sind“, so Brommer. Im Juni kommen dann die neuen Fenster. Anschließend geht’s an den Innenausbau.

Was die Kosten angeht, liege trotz zusätzlicher Maßnahmen für die Statik alles im Rahmen. „Bisher ist keine negative Entwicklung der Baukosten absehbar.“

Bald sind auch die Gerüste weg: Derzeit laufen noch die Putzarbeiten an der 
Fassade.
Bald sind auch die Gerüste weg: Derzeit laufen noch die Putzarbeiten an der Fassade.  © Kristin Schmidt
So schön sieht‘s aus, wenn alles fertig ist.
So schön sieht‘s aus, wenn alles fertig ist.  © Heinz Patzig
Innen sieht‘s noch etwas wüst aus. Aber auch hier geht‘s bald los.
Innen sieht‘s noch etwas wüst aus. Aber auch hier geht‘s bald los.  © Kristin Schmidt

Das neue Herzstück

Kommentar von Caroline Staude

Langsam kann sich auch der letzte Chemnitzer, der derzeit an der Alten Aktienspinnerei vorbeikommt, vorstellen, wie schön das Areal mal aussehen wird. Abbruch- und Entkernungsarbeiten sind beendet, mit dem Putz und den Fenstern bekommt das markante Gebäude dann auch den letzten äußeren Schliff.

Lange verfiel die Spinnerei, war auf dem Weg Richtung Stadtzentrum zum Schandfleck verkommen. Jetzt mausert sich das Ganze langsam zum neuen Herzstück der TU Chemnitz und gleichzeitig zum schicken Entree für den Brühl Boulevard.

Dass es ein bisschen länger dauern wird, na ja, geschenkt. Bei einem Großprojekt wie diesem hier war das absehbar. Am Ende konnte aber ein historischen Gebäude gerettet und vor allem sinnvoll weitergenutzt werden.

Im Sommer 2019 soll alles fertig sein. Und als netten Nebeneffekt bringt die neue Zentralbibliothek dann auch mehr Studenten vom Campus an der Reichenhainer Straße in die Innenstadt. Es wird also nicht nur schick, sondern auch lebendiger in der City.


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