"Das setzt dem Desaster noch die Krone auf": Neuer Ärger um A20-Loch entbrannt

Tribsees/Rostock - Im Herbst 2017 bracht auf 100 Meter Länge ein Abschnitt der A20 weg. Ein riesiger Krater tat sich auf, der mittlerweile nicht mehr zu erkennen ist. Seit Wochen gehen die Arbeiten voran. Die Straßenteile und das Erdreich wurden abgetragen und die Gründungsarbeiten für die Behelfsbrücke laufen. Doch gerade jetzt entwickelt sich ein heftiger Streit in der Baubranche, wie der Nordkurier berichtet.

Eine Arbeitsgemeinschaft zweier großer Baufirmen arbeiten auf der Baustelle der A20 an der Gründung für die Behelfsbrücke.
Eine Arbeitsgemeinschaft zweier großer Baufirmen arbeiten auf der Baustelle der A20 an der Gründung für die Behelfsbrücke.  © Stefan Sauer/dpa

Doch warum die erneute Aufregung? Ausgerechnet eine Firma, die aktuell für die Behelfsbrücke die Säulen in den Boden rammt, war auch damals für die Säulen der A20 zuständig, die bekanntlich weggebrochen ist.

"Dass eine Firma ihren eigenen Schrott auf Kosten der Steuerzahler selbst für viel Geld wieder in Ordnung bringen darf, setzt dem Desaster noch die Krone auf", so ein Bauingenieur gegenüber der Zeitung.

Die sogenannten CSV-Säulen wurden damals von der zuständigen Baufirmen laut der bundeseigenen Autobahngesellschaft Deges empfohlen und schließlich für "Ostsee-Autobahn" auch verwendet.

Und nun soll exakt die gleiche Baufirma für einen ordentlichen Bau der Behelfsbrücke sorgen. Eine andere Wahl gab es nun mal nicht: "Ich hätte liebend gerne eine andere Firma genommen, doch es hat sich keine andere um den Auftrag beworben", so Ronald Normann, verantwortlicher Abteilungsleiter beim Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern.

Schon Ende Mai lag der Verdacht nah, dass aufgrund der Komplexität und der Anforderungen, sich keine Firma aus Angst eines erneuten Versagens an das Projekt beteiligen will (TAG24 berichtete).


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0