Vergewaltigt und geschlagen: 41-Jähriger soll Frau sechs Tage lang misshandelt haben

Dessau - Sechs Tage lang soll ein 41-Jähriger eine Frau in einer Wohnung in Dessau viermal vergewaltigt und mehrfach misshandelt haben. Der Prozess gegen den Beschuldigten begann heute vor dem Landgericht. Dabei räumte er einen Teil der Vorwürfe ein, versuchte jedoch, diese abzumildern - und bestritt die Vergewaltigungen.

Der 41-Jährige gestand, die Frau geschlagen und gewürgt zu haben. (Symbolbild)
Der 41-Jährige gestand, die Frau geschlagen und gewürgt zu haben. (Symbolbild)  © 123rf/phartisan

Das Martyrium der 45-jährigen Geschädigten soll sich vom 31. Januar bis zum 5. Februar erstreckt haben. Zuvor habe sie den 41-Jährigen während eines Aufenthalts in der Psychiatrie kennengelernt, berichtet die "MZ". Demnach sollen beide ein massives Alkoholproblem haben, was wohl dazu beitrug, dass sie sich näher kamen.

Nachdem beide entlassen wurden, habe sie ihn zu sich eingeladen. Dabei sollen beide laut Aussage des Beschuldigten immer wieder Alkohol konsumiert und "zwischendurch gepennt" haben. Einmal sei er aufgewacht und habe den Schnaps nicht gefunden, weil ihn die 45-Jährige angeblich versteckt hatte. Daraufhin habe er sie aus dem Bett gezerrt und zugeschlagen, sich danach jedoch bei ihr entschuldigt.

Gewalt gegen die Partnerin hinter verschlossenen Türen (Symbolfoto)
Gewalt gegen die Partnerin hinter verschlossenen Türen (Symbolfoto)  © 123RF

In den darauffolgenden Tagen soll sich dieses Prozedere wiederholt haben. Beide tranken, sie versteckte den Alkohol, bis er irgendwann nicht mehr nur zuschlug, sondern sie auch würgte. Allerdings nur ein paar Sekunden, wie der 41-Jährige beteuert.

Die Vorwürfe der Vergewaltigung habe er von sich gewiesen mit der Aussage, die Frau habe nie "Nein" gesagt oder vor Schmerzen geschrieen. Sowohl die Aussage der Frau als auch eines Nachbars, der die Schreie gehört haben soll, sowie ihre Verletzungen würden jedoch dagegen sprechen. Laut Rechtsmedizin wies die Frau Hämatome und Schürfwunden fast am gesamten Körper auf.

Dass der 41-Jährige am 5. Februar verschwand, habe er mit der Erkenntnis begründet, dass die Mutter der 45-Jährigen vorbeikommen wollte. Blutspuren in der Wohnung seien ihm zufolge auf eine Knieverletzung der Frau zurückzuführen, die sie erlitt, als sie ihn abholte.

Die Vernehmung der Geschädigten erfolgte per Video und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.