Beamter betreibt nebenbei Escort-Service mit Minderjährigen

Ein Beamter (61) soll einen Escort-Service betrieben haben. Auch mit Minderjährigen (Symbolbild).
Ein Beamter (61) soll einen Escort-Service betrieben haben. Auch mit Minderjährigen (Symbolbild).

Detmold - Außergewöhnliche Kombination: Ein Beamter (62) aus Detmold soll neben seiner staatsdienlichen Tätigkeit auch einen Escort-Service mit mehreren Frauen betrieben haben. Wegen "Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung" muss er sich ab Dienstag vor dem Schöffengericht Detmold verantworten.

Dem Detmolder wird vorgeworfen, im Jahr 2015 Kontakt zu einer Minderjährigen (17) aufgenommen zu haben und sie trotz "Kenntnis ihres Alters überredet haben, die Prostitution aufzunehmen, um ihre finanziellen Schwierigkeiten zu überwinden", laut der Neuen Westfälischen.

Er soll dem Mädchen geholfen haben, ein Inserat auf einer Internetseite einzustellen. Dafür hatte der Beamte als Gegenleistung zehn Prozent der Einnahmen gefordert, der 17-Jährigen jedoch zeitgleich Schutz versprochen haben.

Es kam in der Folge zu einem Fall, in dem das 17-jährige Mädchen der Prostitution nachging und dafür 100 Euro bekam. Kurz darauf habe sie das Inserat wieder gelöscht, da Verwandte sie erkannt haben. Der Anwalt des Angeklagten, Andre Pott, sagte: "Mein Mandant wird sich zu den Vorwürfen äußern."

Gegen den 62-jährigen Verdächtigen läuft parallel ein Disziplinarverfahren seitens des Kreises Lippe, das bis zum Abschluss des Strafverfahrens ruht. Sofern der Detmolder eine Strafe von über einem Jahr bekommen würde, würde er auch seinen Beamtenstatus verlieren.

Sollten sich die Indizien gegen den 62-Jährigen verdichten, kann die Staatsanwaltschaft einen Strafrahmen zwischen sechs Monaten bis zu fünf Jahre Haft fordern. Normalerweise muss ein Beamter Nebentätigkeiten dem Dienstherren melden.

Da bleibt die Frage offen, ob die Kreisverwaltung, die für die Aufsicht über Bordelle und Prostituierte zuständig ist, seinen Escort-Service überhaupt genehmigt hatte.

UPDATE, 15.54 Uhr: Zu Beginn des Prozesses hat der Angeklagte (62) ein bewegendes Geständnis abgelegt, so die Lippische Landeszeitung. Er hat sich öffentlich als transsexuell geoutet und leide seit 50 Jahren darunter, keine Frau zu sein. Der Erscort-Service sei reiner Schutz gewesen.

Der Mann wollte der Minderjährigen (17) helfen, da sie wohl ebenfalls transsexuell gewesen sein soll. Er würde sich zudem ehrenamtlich in Berlin in einem Verein für Transsexuelle engagieren.

Er habe schon fünf Jahre als Frau gelebt, einzig bei der Arbeit nicht. In Berlin läuft aktuell ein Verfahren zur Personenstandsänderung. Ursprünglich wollte sich der 62-Jährige am 9. Juli beim Christopher Street Day in Köln outen.

Auf eine Chat Nachricht, die der Angeklagte an die 17-Jährige schrieb, antwortete er: "Das habe ich nicht als Aufforderung betrachtet. Ich habe helfen wollen, und das ist mir entglitten." Er riet dem Mädchen, beim Escort-Service mitzumachen, um eine Brust-OP finanzieren zu können.


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