Missbrauch auf Campingplatz: Bleiben die Taten für immer unentdeckt?

Detmold – Von 155 Datenträgern fehlt jede Spur. Erst Ende Januar fiel auf, dass die Beweismittel im Missbrauchsfall Lüdge plötzlich verschwunden sind. Was bedeutet das für die Täter?

Ist das erste Kind bereits im Jahr 1990 Andreas V. zum Opfer gefallen?
Ist das erste Kind bereits im Jahr 1990 Andreas V. zum Opfer gefallen?

Erst zwei Wochen später erfuhr Landrat Axel Lehmann als polizeilicher Behördenleiter von dem schwerwiegenden Verlust der mehr als 150 CDs und DVDs (TAG24 berichtete) - ein absoluter Skandal.

Lediglich drei von ihnen wurden bei der letzten Sichtung am 20. Dezember ausgewertet. Darauf befanden sich "Fotos eines schlafenden Mädchens, Filme, Tauchbilder und Software", wie die Neue Westfälische berichtete. Niemand weiß, was auf den übrigen Trägern zu sehen ist, Kopien gibt es keine.

NRW-Innenminister Herbert Reul hat inzwischen Sonderermittler mit der Suche nach den fehlenden Beweisen beauftragt (TAG24 berichtete).

"Wir können nicht ausschließen, dass sich auf den CDs das ein oder andere Beweismittel befunden haben könnte, welches bislang unbekannte Taten zeigt", so Oberstaatsanwalt Ralf Vetter.

Tauchen die Beweismittel nicht wieder auf, bleiben die Taten sowie die Täter womöglich für immer unentdeckt. Dass die Datenträger noch gefunden werden, hält Vetter inzwischen für unwahrscheinlich.

Keine Auswirkungen auf Prozess

Die Datenträger wurden in der Unterkunft von Andreas V. gefunden.
Die Datenträger wurden in der Unterkunft von Andreas V. gefunden.

Diese waren am 6. Dezember in der Unterkunft des Hauptverdächtigen Andreas V. auf dem Campingplatz Eichwald in Lüdge beschlagnahmt worden und lagerten anschließend ungesichert im Auswerteraum der Polizei Detmold.

Auswirkungen auf den Strafprozess gegen die bislang drei Verdächtigen in Untersuchungshaft fürchtet der Oberstaatsanwalt jedoch nicht. Die Beweislage sei eindeutig.

Davon dass die Datenträger absichtlich gestohlen wurden, um die Taten und weitere Täter zu vertuschen, geht Vetter nicht aus.

Wegen der "eklatanten Fehlleistungen" hat Landrat Axel Lehmann Kripo-Chef Wolfgang Pader suspendiert. Weitere Konsequenzen schloss er nicht aus.

Interne Ermittlungen gebe es laut Vetter derzeit nicht. Bei dem "leisesten Verdacht einer Straftat" würden diese jedoch aufgenommen.

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