Angeklagte im Missbrauchsfall gestehen: Doch jetzt rücken die Eltern in den Fokus

Detmold - Der Lügde-Prozess läuft auf Hochtouren. Vor Gericht sagten die drei Angeklagten bereits zu den Missbrauchstaten aus und legten volle Geständnisse ab. Nun wird aber allem Anschein nach auch gegen einige Eltern ermittelt, die als Nebenkläger auftreten.

Vor Gericht legten die drei Angeklagten ein volles Geständnis ab.
Vor Gericht legten die drei Angeklagten ein volles Geständnis ab.  © DPA

Darunter ist auch eine 40-jährige Mutter, deren heute 19-jährige Tochter bereits gegen Andreas V. und Heiko V. ausgesagt hatte.

Ihr wird Beihilfe zum sexuellen Missbrauch vorgeworfen, weil sie von den Taten an ihren beiden Töchtern gewusst haben soll.

"Ich habe Andreas V. über eine Bekannte kennengelernt und meine beiden Töchter in den vergangenen Jahren regelmäßig über Tage und Wochenenden bei ihm auf dem Campingplatz untergebracht", erklärte die Mutter, die sich inzwischen einen Anwalt genommen hat, gegenüber der Neuen Westfälischen.

Da gegen sie derzeit ermittelt wird, darf sie vor Gericht nicht in den Zeugenstand.

Peter Wüller, ist der Rechtsanwalt und Verteidiger von vier mutmaßlichen Missbrauchsopfern.
Peter Wüller, ist der Rechtsanwalt und Verteidiger von vier mutmaßlichen Missbrauchsopfern.  © DPA

Opferhelferin Anke Heldt vom Weißen Ring in Schaumburg hält es schon für möglich, dass die Mutter etwas wusste.

So soll die 19-Jährige im Alter von 15 Jahren angedeutet haben, missbraucht worden zu sein. Allerdings wurde ihr kein Glauben geschenkt.

Nicht nur die 40-Jährige, sondern auch andere Eltern rücken nun in den Fokus der Ermittlungen. Gegenüber der Ermittlungskommission "Eichwald" sollen einige von ihnen gestanden haben, dass ihre Kinder bereits früher Missbrauchsandeutungen machten.

Ob allerdings Ermittlungsverfahren gegen sie eingeleitet werden, teilte die Detmolder Staatsanwaltschaft nicht mit.

Titelfoto: DPA

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