Wird Holocaust-Leugnerin Haverbeck jetzt verknackt?

Ursula Haverbeck musste sich in den letzten Jahren immer wieder vor den verschiedensten Gerichten in ganz Deutschland verantworten.
Ursula Haverbeck musste sich in den letzten Jahren immer wieder vor den verschiedensten Gerichten in ganz Deutschland verantworten.  © DPA

Detmold (dpa) - Das Landgericht Detmold verkündet am Dienstag (14 Uhr) ein Urteil gegen Ursula Haverbeck. Die Holocaust-Leugnerin hatte Berufung gegen Entscheidungen mit Haftstrafen mehrerer Amtsgerichte aus Ostwestfalen eingelegt.

In der mündlichen Verhandlung am vergangenen Donnerstag sprach sich Oberstaatsanwalt Ralf Vetter in seinem Plädoyer für eine Haftstrafe von 18 Monaten wegen Volksverhetzung aus und bezeichnete Haverbeck als Rassistin (TAG24 berichtete).

Die drei Verteidiger der 89-Jährigen aus Vlotho bei Bielefeld plädierten auf Freispruch und das Recht ihrer Mandantin auf freie Meinungsäußerung. Mehrere Amtsgerichte in Ostwestfalen hatten in der ersten Instanz 2016 und 2017 Haftstrafen von bis zu elf Monaten verhängt.

Haverbeck hatte im Zuge des Prozesses gegen den früheren SS-Wachmann Reinhold Hanning in Detmold in Briefen und verteilten Schriften die Ermordung der europäischen Juden während der NS-Zeit geleugnet.

In ihrem Schlusswort am Donnerstag blieb sie bei dieser Aussage.

Update, 15.20 Uhr: Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck soll für 14 Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Detmold sieht es laut dem Urteil als erwiesen an, dass die 89-Jährige sich der Volksverhetzung schuldig gemacht hat. Haverbeck hatte 2016 rund um den Prozess gegen den ehemaligen SS-Wachmann Reinhold Hanning in Briefen und Schriften den Völkermord an den europäischen Juden geleugnet.

Mehrere Amtsgerichte hatten sie daraufhin zu Haftstrafen bis zu elf Monaten verurteilt. Dagegen war die Frau aus Vlotho bei Bielefeld in Berufung gegangen. Das Urteil des Landgerichts ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwälte kündigten an, das Oberlandesgericht Hamm als letzte Instanz für eine Überprüfung einzuschalten.

Das Gericht war mit dem Urteil unter der Forderung der Anklage geblieben. Oberstaatsanwalt Ralf Vetter hatte nach der mündlichen Verhandlung am vergangenen Donnerstag eine Haftstrafe von 18 Monaten gefordert und Haverbeck als Rassistin bezeichnet. Die drei Verteidiger der 89-Jährigen plädierten auf Freispruch.

Gegen die Frau wurden in den vergangenen Jahren deutschlandweit ähnliche Prozesse geführt. Zuletzt verhängte das Amtsgericht Tiergarten in Berlin sechs Monate Haft wegen Volksverhetzung, das Landgericht im niedersächsischen Verden verurteilte sie im August 2017 - noch nicht rechtskräftig - zu zwei Jahren Haft.

Titelfoto: DPA


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