"Wie ein Feuerball": Teenager (12) bei Mutprobe fast verbrannt

Detroit - Gerade eben saß Brandi Owens mit ihrer 12-jährigen Tochter und deren Freunden noch am Küchentisch, wenig später steht der Teenager lichterloh in Flammen. Was war passiert?

Timiyah (12) überlebte mit schwerten Verbrennungen.
Timiyah (12) überlebte mit schwerten Verbrennungen.  © Screenshot Facebook/Brandi Owens

Timiyah Landers aus Detroit im US-Bundesstaat Michigan hatte sich mit ihren Freunden auf ihr Zimmer zurückgezogen, als es plötzlich einen lauten Knall gab. Sekunden später rannte die Zwölfjährige verzweifelt den Flur hinunter. Von den Knien bis zu den Haaren stand das Mädchen in Flammen.

"Sie sah aus wie ein Feuerball", erzählt ihre Mutter Brandi Owens der "Washington Post". "Sie schrie: 'Hilf mir!'" Owens Verlobter versuchte, die Flammen zu löschen, und brachte Timiyah ins Bad.

Dort übergoss er sie mit kaltem Wasser, während Owens nach den brennenden Kleidern griff und sie abriss. "Ich griff durch das Feuer", erinnert sie sich. Sie bemerkte nicht, dass sie sich selbst die Hände verbrannte. "Es war wie ein Reflex. Ich habe das Feuer nicht einmal gespürt, ich habe nur meine Tochter gerettet."

Als das Feuer gelöscht war, fuhren alle ins Krankenhaus. Dort liegt Timiyah seither auf der Intensivstation, angeschlossen an ein Beatmungsgerät und einen Ernährungsschlauch. Sie erlitt Verbrennungen zweiten und dritten Grades, beinahe die Hälfte ihrer Körperoberfläche ist verbrannt.

Aus Erzählungen ihrer Freundinnen erfuhr die Mutter schließlich, wie es zu der Katastrophe kommen konnte. Sie war offenbar das Ergebnis der sogenannten "Fire Challenge". Bei dem Internettrend werden Teile des Körpers mit Alkohol übergossen und in Brand gesetzt, um den dabei gefilmten Clip ins Netz zu stellen.

Bei Timiyah ging der gefährliche Stunt schief, womöglich weil sie ein Körperspray trug. "Als sie den Alkohol auflegte und ihre Freundin das Feuer entzündete, explodierte es einfach, weil sie sowieso schon brennbare Dinge an sich hatte, Parfums und dergleichen", erklärt Owens.

Sie glaubt, dass ihre Tochter aus Neugier handelte - wie viele Kids: "Wenn sie auf YouTube schauen, sehen sie: 'Oh, okay, wow, ich will das versuchen, bei ihm ist ja nichts passiert." Die Mutter weiß, dass es ohne ihre schnelle Reaktion noch viel schlimmer hätte ausgehen können.

"Wären wir nicht zu Hause, wäre sie gestorben. Diese Kinder hätten nicht gewusst, was sie tun sollten, und sie verbrennen lassen", sagt Owens. Ihrer Tochter steht eine lange Reha bevor.

Titelfoto: Screenshot Facebook/Brandi Owens


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