Deal geplatzt: Commerzbank und Deutsche Bank pfeifen auf Fusion

Frankfurt am Main - Aus einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank wird nichts. Die Gespräche über einen Zusammenschluss seien ergebnislos beendet worden, teilten die Institute am Donnerstag in Frankfurt mit.

Keine Fusion: Deutsche Bank (l.) und Commerzbank bleiben beide eigenständig.
Keine Fusion: Deutsche Bank (l.) und Commerzbank bleiben beide eigenständig.  © DPA/Arne Dedert

Nach gründlicher Prüfung seien die Vorstände zum Schluss gekommen, dass ein Zusammenschluss "keinen ausreichenden Mehrwert bieten würde", hieß es in getrennten Mitteilungen.

Dies gelte "auch mit Blick auf die Umsetzungsrisiken, Restrukturierungskosten und Kapitalanforderungen, die mit einer solch großen Integration einhergehen."

Am 17. März hatten die beiden größten Privatbanken Deutschlands öffentlich gemacht, dass sie miteinander die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ausloten (TAG24 berichtete). Beide Seiten hatten jedoch betont, eine Fusion sei keineswegs ausgemachte Sache.

Kritiker einer Fusion hatten vor allem einen gewaltigen Stellenabbau und mögliche Filialschließungen als Argumente gegen die Banken-Hochzeit ins Feld geführt. 30.000 Jobs würde ein solcher Zusammenschluss kosten – so die Befürchtung der Gewerkschaft Verdi.

Zudem haben die Institute zehn Jahre nach der Finanzkrise noch große Baustellen, etwa in der IT oder bei juristischen Altlasten. Daher gab es erhebliche Zweifel, ob eine Fusion wirklich Sinn ergeben würde.

beide angeschlagen: Deutsche Bank und Commerzbank

Beide Bankhäuser sind nach wie vor angeschlagen und nicht auf der Höhe.
Beide Bankhäuser sind nach wie vor angeschlagen und nicht auf der Höhe.  © DPA/Arne Dedert

Die Deutsche Bank müht sich seit Jahren, an frühere Milliardengewinne anzuknüpfen und schaffte 2018 nach drei Verlustjahren in Folge gerade so die Rückkehr in die schwarzen Zahlen.

Skandale und Prozesse verschlangen über Jahre Milliarden, der Aktienkurs ist im Keller.

Die Commerzbank stieg im vergangenen Herbst in die zweite Börsenliga ab und ist ebenfalls seit Jahren im Umbruch. Bei der jüngsten Bilanzvorlage musste der Vorstand einräumen, dass das zehn Jahre nach der Finanzkrise noch immer teilverstaatlichte Institut bei der Senkung seiner Kosten noch nicht am Ziel ist.

Führende Politiker allerdings wünschen sich schon lange einen «nationalen Champion» auf dem deutschen Bankenmarkt – ein international wettbewerbsfähiges Institut, das mit den großen Banken aus den USA und China dauerhaft mithalten kann.

Seit vergangenem Sommer betonen Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Staatssekretär, der ehemalige Goldman-Sachs-Deutschlandchef Jörg Kukies, Deutschland brauche starke Banken.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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