Vier NRW-Städte planen Böllerverbotszonen, aber nicht zum Klimaschutz!

Düsseldorf – Gut vier Wochen vor dem Jahreswechsel planen einige Städte in Nordrhein-Westfalen Böller-Verbotszonen - dabei steht aber nicht der Klimaschutz, sondern der Schutz der Innenstadtbewohner und der Altstädte im Vordergrund.

Polizisten überwachen eine Böllerverbotszone an Silvester 2018/19 in Hannover.
Polizisten überwachen eine Böllerverbotszone an Silvester 2018/19 in Hannover.  © Clemens Heidrich/dpa

Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Köln, Düsseldorf, Aachen, Dortmund und Münster.

Zuvor hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) gefordert, dass am Jahreswechsel in bundesweit 98 mit Feinstaub besonders belasteten Städten - davon 26 in NRW - nicht mehr geknallt werden dürfe (TAG24 berichtete). Die DUH spricht von einer "archaischen Böllerei" und wirbt für Licht- und Lasershows als Alternative.

In Dortmund seien zwei Verbotszonen geplant, doch "ausschließlich" aus Gründen der Abwehr von Gefahren, sagte ein Sprecher. In Aachen plant die Stadt ebenfalls eine böllerfreie Zone. Dabei gehe es der Stadt vor allem um den Schutz der denkmalgeschützten Altstadt, hieß es.

Köln und Düsseldorf planen die Verbotszonen ebenfalls als Schutz für Feiernde und städtische Wahrzeichen. Die Stadt Münster lehnt ein Böller-Verbot komplett ab. Sie wolle "das jahrhundertealte Brauchtum weiter gestatten", teilte die Domstadt mit.

Streit um Fenstaubwerte

Die Deutsche Umwelthilfe beklagt hohe Feinstaubwerte durch das Feuerwerk an Silvester (Archivbild).
Die Deutsche Umwelthilfe beklagt hohe Feinstaubwerte durch das Feuerwerk an Silvester (Archivbild).  © Frank Rumpenhorst/dpa

Die DUH beklagt, dass durch die Knallerei die Feinstaubwerte an und nach Silvester zusätzlich erheblich in die Höhe getrieben würden. Die Feuerwerksbranche ist naturgemäß anderer Meinung.

"Die DUH lenkt ihr Augenmerk auf die falschen Problemfelder", sagte der Geschäftsführer des Verbandes der pyrotechnischen Industrie, Klaus Gotzen. Feinstaub aus Feuerwerken sei weniger schädlich als die Emissionen aus dem Straßenverkehr. Außerdem übertreibe die Umweltorganisation das Ausmaß des Problems massiv.

Auch NRW-Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) zeigte sich unbeeindruckt von den Forderungen: "Ich persönlich bin selbst zwar keine große Freundin von Feuerwerken, halte ein vollständiges Verbot aber für übertrieben", hatte Heinen-Esser vor kurzem dem "Kölner Stadt-Anzeiger" gesagt.

Titelfoto: Clemens Heidrich/dpa


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