Deutsche Wohnen in der Kritik: "Unternehmen hat Nicht ganz glücklich aggiert!"

Berlin - Der Wohnungskonzern Deutsche Wohnen kritisiert ein geplantes Berliner Volksbegehren zur "Vergesellschaftung" großer Wohnungsunternehmen.

"Wohnung ist ein Menschenrecht: keine Ware - kein Geschäft"
"Wohnung ist ein Menschenrecht: keine Ware - kein Geschäft"  © DPA

"Es geht hier aus unserer Sicht um den Versuch einer unrechtmäßigen Enteignung", sagte Vorstandschef Michael Zahn der "Welt am Sonntag".

"Wir leben in einem Rechtsstaat. Ich habe großes Vertrauen in unsere Gerichte, und wenn man diese Auseinandersetzung wirklich bis zum Ende führen will, dann wird sie vor Gericht entschieden", ergänzte er.

Eine Initiative will am 6. April in Berlin ein Volksbegehren mit dem Ziel starten, Unternehmen mit mehr als 3.000 Wohnungen gegen Entschädigung der Eigentümer zu "vergesellschaften". Der Senat soll aufgefordert werden, ein Gesetz zu erarbeiten.

Basis soll Artikel 15 des Grundgesetzes sein, der unter Bedingungen die Überführung von Grund und Boden oder Produktionsmitteln in Gemeineigentum zulässt.

Teilnehmerin der Demonstration "Die Stadt muss allen gehören" in Bremen, haben sich für mehr bezahlbaren Wohnraum Kartons mit Sprüchen übergezogen.
Teilnehmerin der Demonstration "Die Stadt muss allen gehören" in Bremen, haben sich für mehr bezahlbaren Wohnraum Kartons mit Sprüchen übergezogen.  © DPA

Von ihrer "Vergesellschaftung" erhoffen sich die Initiatoren eine Dämpfung des zuletzt starken Mietenanstiegs in der Hauptstadt.

Der Vorstoß zielt vor allem auf den Konzern Deutsche Wohnen, der in und um Berlin rund 115.000 Wohnungen hat und wegen seines Umgangs mit Mietern oft in der Kritik steht.

Insgesamt wären laut Berliner Senat etwa 240.000 Wohnungen, laut einer neueren Studie rund 245.000 Wohnungen betroffen.

In dem Interview räumte Zahn ein, dass die Deutsche Wohnen in der Hauptstadt teilweise zu wenig mit den Mietern und mit der Öffentlichkeit gesprochen habe.

"Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat vor einigen Wochen gesagt, unser Unternehmen habe hier und da nicht ganz glücklich agiert", sagte Zahn der Zeitung. "Damit liegt er vielleicht richtig. Das nehme ich ernst. Deshalb werden Sie die Deutsche Wohnen in den nächsten Jahren anders erleben als bisher."

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Berlin Lokal:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0