EM 2020: DFB-Team erwischt Hammer-Gruppe! Auf diese Gegner trifft Deutschland

Bukarest (Rumänien) - Die EM 2020 wirft ihre Schatten voraus. Für DFB-Trainer Joachim Löw und seine Mannschaft geht es beim Turnier im nächsten Jahr um viel. Ein Debakel wie bei der Weltmeisterschaft soll sich nicht wiederholen.

Joachim Löw und seine Spieler wollen die letzte WM unbedingt vergessen machen.
Joachim Löw und seine Spieler wollen die letzte WM unbedingt vergessen machen.  © Christian Charisius/dpa

Löw lächelte ein wenig gequält, als die Hammer-Gruppe bei der EM besiegelt war. Die deutsche Nationalmannschaft bekommt es im Sommer gleich in der Gruppenphase mit Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal zu tun.

Die Équipe tricolore und das Team von Superstar Cristiano Ronaldo wurden dem Team von Bundestrainer Joachim Löw am Samstag als Kontrahenten in die schwierige Gruppe F zugelost.

Der dritte deutsche EM-Gegner wird erst am 31. März nach Ende der Playoff-Partien feststehen. Sieben Optionen gibt es noch. Das Eröffnungsspiel bestreiten Italien und die Türkei am 12. Juni (21 Uhr) in der Gruppe A im Olympiastadion von Rom.

Für Manuel Neuer und Co. beginnt das Turnier mit dem ersten von drei Heimspielen am 16. Juni in der Allianz Arena gleich mit dem Kracher gegen die Franzosen. In der Nations League hatte es zuletzt ebenfalls in München ein 0:0 und in Paris ein 1:2 gegen das Starensemble um Kylian Mbappé und Antoine Griezmann gegeben.

Bei der letzten EM 2016 besiegelten die Franzosen 2016 in Marseille das deutsche Turnier-Aus im Halbfinale (0:2). Vier Tage später geht es am 20. Juni gegen Portugal. Für dieses Los hatte ausgerechnet Löws Weltmeister-Kapitän Philipp Lahm gesorgt.

An den Titelverteidiger Portugal hat Löw aber gute Turnier-Erinnerungen. Bei der EM 2012 (1:0) und auf dem Weg zum WM-Titel 2014 (4:0) gab es Vorrundensiege.

Unklar ist weiterhin, gegen wen Deutschland sein drittes Gruppenspiel am 24. Juni bestreitet. Sieben Optionen gibt es noch. Gewinnt Island, Bulgarien oder Co-Gastgeber Ungarn den Playoff-Pfad A, ist dieses Team in der deutschen Gruppe. Setzt sich dort aber Rumänien durch, wird definitiv ein EM-Neuling zum Löw-Kontrahenten.

Da Rumänien als Co-Gastgeber in die Holland-Gruppe muss, würde der Sieger des Pfades D in die DFB-Gruppe kommen: Georgien, Nordmazedonien, Kosovo oder Weißrussland sind die Kandidaten.

Deutschland will bitteres WM-Desaster vergessen machen

 Didier Deschamps (M.), Nationaltrainer von Frankreich, freut sich über die Auslosung.
Didier Deschamps (M.), Nationaltrainer von Frankreich, freut sich über die Auslosung.  © Petr David Josek/AP/dpa

Auch ohne Kenntnis über alle Kontrahenten kann Löw nun in die weiteren konkreten EM-Planungen einsteigen, wie er schon vor der Auslosung angekündigt hatte. Für den Rekord-Bundestrainer ist es bereits die vierte EM-Endrunde. Auf diese Marke kommt keiner seiner jeweiligen Vorgänger.

Im Jahr 2008 führte er Michael Ballack und Co. ins Endspiel gegen Spanien (0:1). 2012 und 2016 setzte es Niederlagen in den Halbfinals gegen Italien (1:2) und Frankreich (0:2). Der EM-Titel gelang noch nicht.

Die Erwartungen hält Löw nach dem WM-Desaster 2018 und dem folgenden Umbruchjahr trotz der souveränen EM-Qualifikation als Gruppensieger vor Holland bewusst gering.

"Ich würde es vielleicht mal ein bisschen vergleichen mit der jungen Mannschaft 2010, die auch kurz vor dem Turnier zusammengefunden hat. Ich denke jetzt nicht, dass wir zu den absoluten Topfavoriten gehören", sagte er vor der Auslosung.

Auf dem Weg zum Titel hält der Turniermodus viele Routen quer durch Europa bereit. Als entsprechender Gruppensieger würde Löw im Achtelfinale nach Bukarest zurückkehren und dann via St. Petersburg Richtung Halbfinals und Endspiel am 12. Juli in London weiterziehen wollen.

Als Gruppenzweiter könnte es zu einem emotionalen Achtelfinale in Dublin gegen die stark eingeschätzten Engländer kommen. Nächste Station wäre dann Rom vor der erhofften London-Reise. Auch als Gruppendritter ist das Weiterkommen möglich, wenn mindestens zwei andere Drittplatzierte schlechter sind. Dann wären Bilbao/München oder Budapest/Baku die Spielorte für die ersten beiden K.o.-Runden.

Von Ende Mai an wird Löw seinen Kader in Seefeld in Tirol auf das Turnier vorbereiten. Fix ist nun ein Test in Basel gegen die Schweiz während des Trainingslagers. Ein weiterer Kontrahent für die EM-Generalprobe soll in Kürze bekannt gegeben werden. Bereits vereinbart ist ein Gastspiel im März in Madrids Estadio Santiago Bernabeu gegen Spanien, das wie Deutschland mit je drei Turniererfolgen EM-Rekordsieger ist.

Reaktionen zur Auslosung

Bundestrainer Löw: "Das ist eine Hammer-Gruppe, klar. Jeder muss in der Gruppe ans Limit gehen, um eine Chance zu haben, in die K.o.-Runde zu kommen. Ich freue mich."

DFB-Präsident Fritz Keller: "Mit diesen Spielen können wir gleich Fußball-Fieber in Deutschland entfachen. Das ist ein Hammer-Los."

DFB-Direktor Oliver Bierhoff: "Wir gehen sicherlich nicht als Favorit in die Gruppe. Wir haben es am schwierigsten angetroffen. Das wird für unsere junge Truppe eine große Herausforderung. Ich hoffe, dass durch unseren Heimvorteil ein Schub entsteht."

Lucas Hernández (französischer Weltmeister des FC Bayern München): "Gegen Deutschland in München zu starten, ist großartig. Das wird nicht leicht, aber um weit zu kommen, musst du die Besten schlagen. Sie sollten die sein, die Angst haben: Wir sind Frankreich, wir sind die Weltmeister. Wir haben Respekt, aber wir haben nie Angst auf dem Platz."

Hugo Lloris (französischer Weltmeister-Torwart): "Das sind sehr schwere Lose, aber gleichzeitig auch spannende, denn wir treffen auf große Nationen."

Olivier Giroud (französischer Weltmeister): "Wer ist gefährlicher? Deutschland oder Portugal? Man tendiert eher zu Deutschland, aber wenn man gegen einen wie Cristiano Ronaldo spielt ... Deutschland hat ein bisschen mehr Erfahrung, aber bei der EM haben wir gegen Portugal verloren, das auch noch mehr ist als nur Ronaldo."

Bundestrainer Joachim Löw und die DFB-Spieler müssen sich in der Gruppe F durchsetzen.
Bundestrainer Joachim Löw und die DFB-Spieler müssen sich in der Gruppe F durchsetzen.  © Vadim Ghirda/AP/dpa

Titelfoto: Vadim Ghirda/AP/dpa

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