DFB-Team nach Remis gegen Argentinien: "Enttäuscht", aber voll "Mut" und "Herz"!

Dortmund - Nur ein Unentschieden! Dennoch überwogen bei der deutschen Nationalmannschaft nach dem 2:2 gegen Argentinien die positiven Aspekte.

DFB-Bundestrainer Joachim Löw konnte dem Auftritt gegen Argentinien viele positive Aspekte abgewinnen.
DFB-Bundestrainer Joachim Löw konnte dem Auftritt gegen Argentinien viele positive Aspekte abgewinnen.  © dpa/Marius Becker

Nach der Flut der Absagen zeigte das DFB-Team knapp 60 Minuten lang eine besonders beeindruckende Leistung, weshalb auch Bundestrainer Joachim Löw nach der Partie sagte: "Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, mit welchem Mut, mit welchem Herz sie gespielt hat. Es gab vielversprechende Ansätze."

Zwar sei das Ergebnis in solchen Partien zweitrangig, doch "enttäuscht" sei man im ersten Moment schon, wenn man eine 2:0-Führung noch aus der Hand gibt. Dennoch sei gerade die "erste Halbzeit sehenswert" gewesen.

Gerade in dieser dominierte Deutschland um die herausragenden Serge Gnabry und Kai Havertz die Begegnung mit sehenswertem, schnellem und technisch anspruchsvollem Offensivfußball.

Die Spielfreude riss auch die 45.197 Zuschauer im Dortmunder Signal Iduna Park mit. Doch nach der Pause konnte die Mannschaft von Löw diese Leistung nicht wiederholen, was auch mit den Ein- und Auswechslungen zu tun hatte.

Und das nicht nur auf deutscher, sondern vor allem auf argentinischer Seite, wo Trainer Lionel Scaloni mit Lucas Alario (Bayer 04 Leverkusen), Marcos Acuna (Sporting Lissabon) und Lucas Ocampos (Olympique Marseille) gleich drei Kicker brachte, die entscheidend dafür verantwortlich waren, dass die Gauchos sich deutlich steigerten, viel Druck ausübten und die DFB-Elf so zu Fehlern zwangen.

Junge deutsche Mannschaft muss für mehr Konstanz noch Erfahrungen sammeln

Niedergeschlagene Gesichter kurz nach Abpfiff: Das DFB-Team gab gegen Argentinien einen 2:0-Vorsprung noch aus der Hand.
Niedergeschlagene Gesichter kurz nach Abpfiff: Das DFB-Team gab gegen Argentinien einen 2:0-Vorsprung noch aus der Hand.  © dpa/Marius Becker

So kam Argentinien zurück und hätte die Begegnung vermutlich noch vollends gedreht, wenn sie nur ein wenig länger gedauert hätte.

In dieser Phase wurde deutlich, dass Deutschlands junger Garde auf hohem Niveau noch Erfahrung und Konstanz fehlen, um einen solchen Gegner wie die Albiceleste durchgehend zu beherrschen.

Für Löw wird es in naher Zukunft deshalb nicht einfacher. Denn schon gegen Frankreich (1:2) und gegen die Niederlande (2:4) wurde jeweils eine 1:0-Pausenführung noch aus der Hand gegeben.

Diese Schwäche hat Deutschland noch nicht ablegen können, was auch mit stetig wechselnden Formationen und Ausfällen zu tun hat.

Die Mannschaft muss noch reifen - und das geht nur durch Erfahrung, im Idealfall gemeinsam gesammelt! Die nächste Chance dazu gibt es am Sonntag (20.45 Uhr) in Talinn gegen Estland.

Das Hinspiel gewann die DFB-Auswahl am 11. Juni übrigens mit 8:0.

Mit einem solchen Kantersieg ist diesmal nicht zu rechnen, weil eine nominell andere Mannschaft auf dem Feld stehen wird und Estland diesmal noch stärker versuchen wird, defensiv Beton anzurühren. Es könnte also ein Geduldsspiel werden.

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