Auch das noch! Liefer-Engpass bei Wein-Flaschen

Deutschland - An alle Weinliebhaber, Ihr müsst jetzt erstmal ganz stark sein: Das Anbaujahr 2018 in Sachen Wein war zwar gut und vor allem ertragreich.

Winzer Jan Ulrich hatte noch Glück: „Meine Flaschen können noch rechtzeitig geliefert werden.“
Winzer Jan Ulrich hatte noch Glück: „Meine Flaschen können noch rechtzeitig geliefert werden.“  © Türpe/123rf

Genau das könnte nun aber zum Problem werden. Die Winzer haben so viel Wein in ihren Fässern, dass langsam die Flaschen zur Abfüllung knapp werden! Gibt’s also bald leere Wein-Regale?

Verschärfend zur großen Erntemenge kommt hinzu, dass gleich bei mehreren Glashütten in Süd- und Ostdeutschland Glasschmelzwannen zur Reparatur sind. Das heißt, sie können weniger Flaschen als gewohnt liefern.

"Wir können nicht alle Aufträge zeitnah bedienen oder nicht in der gewünschten Form und Farbe", sagt Sascha Wlodarczyk, Geschäftsführer des Flaschen-Großhandels Wittmer in Kirrweiler.

Seine Firma liefert Weinflaschen an zahlreiche Winzer, zum Beispiel im Rheingau und der Pfalz. "Seit drei Monaten sind Ein-Liter-Schlegelflaschen in Massongrün nicht ausreichend verfügbar.“ Aber auch das Weißglas zur Abfüllung von Rosé- und Perlweinen ist mehr als knapp.

Deutschlands Winzer haben so viel Wein in ihren Fässern, dass langsam die Flaschen zur Abfüllung knapp werden...
Deutschlands Winzer haben so viel Wein in ihren Fässern, dass langsam die Flaschen zur Abfüllung knapp werden...  © 123RF

Auch bei Lieferant und Kellereiartikel-Händler „Carl Klein“ aus Kitzingen sind die Kapazitäten aufgebraucht. „Die Glashütten sind einfach leer“, so Vertriebsmitarbeiter Armin Gsell. „Winzer müssen derzeit teilweise drei bis vier Wochen auf ihre Flaschenlieferungen warten.“

Von dieser Firma bezieht auch Winzer Jan Ulrich (49) aus Nünchritz (Landkreis Meißen) seine Flaschen. „Ich habe meine Bestellung von mehr als 33.000 Flaschen gerade abgegeben“, sagt er. „Mir sagte man, dass man meine Flaschen noch rechtzeitig liefern können wird.“ An sich trete das Problem aber nahezu jedes Jahr auf.

Winzer Karsten Lindhardt (39) aus Dresden musste bei seiner Bestellung allerdings Abstriche machen. „Wir sind ja noch ein recht neues Weingut, unsere Produktion ist noch nicht riesig. 3000 bis 4000 Flaschen habe ich bestellt“, sagt er. „Die Auswahl an Formen war aber gering. Nicht alles war möglich, ich musste mich bei einigen Dingen von meinem Wunschmodell verabschieden und stattdessen andere Flaschen bestellen.“ Dennoch soll die Lieferung um Ostern herum bei ihm ankommen. „Genau rechtzeitig zum Start der Abfüllung“, so Lindhardt.

Neben der guten Ernte und dem hohen Ertrag sei aber auch die Rückkehr vieler Winzer von den PET-Flaschen hin zur traditionellen Glasflasche ein Grund für den aktuellen Engpass.

Dennoch, liebe Weintrinker, kein Grund zur Panik! Die Regale werden auch zukünftig gut gefüllt sein.

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