"Chaotisch wie nie": Schon jetzt wird Impfstoff gegen Grippe knapp

Deutschland - Eigentlich wäre jetzt genau die richtige Zeit, um vorzubeugen und sich gegen Grippe impfen zu lassen. Doch für viele Patienten könnte es schon zu spät sein, denn der Impfstoff ist vielerorts bereits knapp.

Wer sich noch pieksen lassen will, muss möglicherweise Geduld haben.
Wer sich noch pieksen lassen will, muss möglicherweise Geduld haben.  © DPA

Wie RTL berichtet, sei er in manchen Regionen sogar ausverkauft. Als Grund für den Engpass wird unter anderem die erhöhte Impfbereitschaft der Bevölkerung genannt. Daneben gebe es aber auch viele Unklarheiten zwischen Herstellern, Krankenkassen und Ärzten.

Dem Bericht zufolge hatte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), die dafür zuständigen Behörde, rund 15,3 Millionen Impfdosen freigegeben. Doch schon jetzt klagten Apotheker bundesweit darüber, dass Medikamente zum Impfen fehlen.

Das Fatale: Weil die Hersteller die Produktion bereits eingestellt haben, sei mit Nachschub nicht zu rechnen, heißt es weiter. Die Situation sei chaotisch wi nie, wird ein Großhändler zitiert. Das bestätigt auch Susanne Stöcker vom PEI.

"Aktuell haben wir den Eindruck, dass die Grippeimpfstoffe in Deutschland nicht gleichmäßig verteilt sind", sagt sie gegenüber RTL. Es gebe Gegenden ohne Probleme sowie Meldungen, dass kein Impfstoff zu bekommen sei.

Die jährliche Grippewelle beginnt laut Robert-Koch-Institut meist im Januar.
Die jährliche Grippewelle beginnt laut Robert-Koch-Institut meist im Januar.  © DPA

Stöcker rät Ärzten, im Bedarfsfall bei mehreren Apothekern anzufragen, da die Versorgung bereits von Stadt zu Stadt teils erheblich schwanke. Potenzial, alternative Wirkstoffe einzusetzen, sieht sie nicht. "Impfen kann man nur mit den Impfstoffen gegen die echte Virusgrippe", so Stöcker.

In diesem Jahr übernehmen erstmals alle Krankenkassen die Vierfachimpfung mit dem tetravalenten Impfstoff. Auch darin liegt ein Grund für die aktuellen Engpässe. Denn weil die Entscheidung dafür erst im April gefallen ist, hatten die Hersteller eine geringere Vorlaufzeit.

Doch alle Patienten, die sich noch impfen lassen wollen, kann Stöcker beruhigen. "Es ist kein Problem, wenn es noch etwas dauert, bis Impfstoffe auch beim eigenen Arzt angekommen sind. Denn die empfohlene Impfsaison geht noch über den gesamten November."

Häufig ließen sich Patienten auch bewusst erst im Dezember impfen, sagt sie. Ohnehin wird die Impfung nur für Risikogruppen wie etwa Schwangere, chronisch Kranke und Menschen über 60 explizit empfohlen.

Titelfoto: DPA

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