Gnabry ballert DFB-Team gegen Nordirland mit Dreierpack zum Kantersieg!

Frankfurt am Main - Was für ein Auftritt von Serge Gnabry! Der Flügelstürmer schoss Deutschland am zehnten und letzten Spieltag der EM-Qualifikation gegen Nordirland mit einem Dreierpack zum Sieg. Auch Leon Goretzka traf für die DFB-Auswahl beim 6:1 (2:1) gleich doppelt.

Deutschlands Emre Can (l.) bearbeitet Nordirlands bulligen Angreifer Josh Magennis.
Deutschlands Emre Can (l.) bearbeitet Nordirlands bulligen Angreifer Josh Magennis.  © dpa/Christian Charisius

Michael Smith brachte Nordirland mit 1:0 in Führung (8. Minute). Doch Serge Gnabry mit seinen Treffern zum 1:1, 3:1 und 4:1 für Deutschland (19./47./60.) und Leon Goretzka mit seinen Toren zum 2:1 und 5:1 für das DFB-Team (43./73.) drehten die Partie. Dazu traf auch Julian Brandt noch zum 6:1-Endstand für die Hausherren (90+1.).

Bundestrainer Joachim Löw wechselte seine Startelf im Vergleich zum 4:0-Sieg gegen Weißrussland auf fünf Postionen aus. Marc-Andre ter Stegen, Jonathan Tah, Emre Can, Jonas Hector und Julian Brandt rotierten für Manuel Neuer, Matthias Ginter, Robin Koch, Nico Schulz und Timo Werner in die Mannschaft.

Die Partie begann mit einer Überraschung: Die aggressiv pressenden und mutig beginnenden Nordiren gingen mit der ersten echten Chance direkt in Führung!

Toni Kroos wehrte einen Einwurf per Kopf unglücklich in die Mitte ab, Smith zog wuchtig aus 20 Metern ab, traf das Leder voll und jagte es in die linke untere Ecke - 0:1 (8.)! ter Stegen war chancenlos.

Deutschland zeigte sich aber nicht geschockt. Doch erst scheiterte der freie Gnabry nach genialem Kroos-Pass an Bailey Peacock-Farrell (10.), dann traf Gündogan per Kopf nur den Pfosten (11.). Die Hausherren blieben aber weiter am Drücker und belohnten sich!

Jonas Hector und Lukas Klostermann bereiten vor: Serge Gnabry und Leon Goretzka treffen

Jonas Hector bereitete die ersten beiden Tore der DFB-Elf mit viel Übersicht vor.
Jonas Hector bereitete die ersten beiden Tore der DFB-Elf mit viel Übersicht vor.  © dpa/Uwe Anspach

Nachdem Goretzka auf der linken Seite Hector freispielte, behielt der Kölner die Übersicht, passte in den Rückraum auf Gnabry, der das Spielgerät im Sechzehner mit dem Rücken zum Tor so annahm, dass er nach einer schnellen Drehung mit dem nächsten Kontakt direkt abziehen konnte - und jagte die Kugel mit seinem Strahl dann unhaltbar ins rechte obere Eck - 1:1 (19.)!

Danach entwickelte sich eine Partie, die fast schon an Handball erinnerte. Die deutsche Elf spielte um den Strafraum der Nordiren herum, die mit allen Feldspielern tief in der eigenen Hälfte standen und auf Konter lauerten.

Das musste früher oder später schiefgehen. Als Joshua Kimmich das Spiel auf die linke Seite verlagerte, war es wieder Hector, der in die Mitte passen konnte, wo Gnabry zwar noch verpasste, dahinter aber Goretzka willensstark reingrätschte und das Leder mit einen wenig Glück und Hilfe des rechten Innenpfostens in den Kasten beförderte - 2:1 für Deutschland (43.)!

Mit dieser verdienten Führung ging es in die Pause. Aus der kam die DFB-Elf ohne Leistungsabfall heraus. Erneut demonstrierten Löws Mannen gehobene spielerische Fähigkeiten. Kimmich spielte Lukas Klostermann auf rechts frei, der so gut auf Gnabry zurücklegte, dass dieser den Ball stoppen und platziert in die lange Ecke schießen konnte - 3:1 für Deutschland (47.)!

Serge Gnabry krönt seine überragende Leistung für Deutschland mit einem Dreierpack

Toni Kroos (l.) schwang sich nach seinem Fehler vor dem 0:1 zum Taktgeber der deutschen Mannschaft auf und ging als Kapitän vorne weg.
Toni Kroos (l.) schwang sich nach seinem Fehler vor dem 0:1 zum Taktgeber der deutschen Mannschaft auf und ging als Kapitän vorne weg.  © dpa/Christian Charisius

Auch in der Folge blieben die Gastgeber drückend überlegen, hatten phasenweise gar 90 (!) Prozent Ballbesitz und immer wieder gute Torchancen.

Die deutsche Auswahl strahlte Dominanz aus und ließ nicht nach - ganz im Gegensatz zu früheren Spielen. Und vor allem Gnabry hatte noch nicht genug!

Nach einem überragenden Steilpass von Brandt setzte er sich mit vollem und legalem Körpereinsatz gegen Nordirlands Abwehrkante Tom Flanagan durch und schob das Leder aus spitzem Winkel in die lange Ecke ein - 4:1 für die DFB-Elf, dazu ganz nebenbei das 13. Länderspieltor im 13. Spiel für den Star des FC Bayern München (60.)!

Dann war wieder Goretzka dran. Nachdem ihm eine verunglückte Klärungsaktion vor die Füße sprang, zog er aus 18 Metern ab - und traf in die linke untere Ecke - 5:1 (73.)!

Löw gönnte seinen beiden Torschützen den Sonderapplaus und nahm sie vorzeitig vom Feld.

Erst in der Nachspielzeit fiel das nächste Tor - diesmal wurde Brandt genial von Kroos freigespielt, lief frei auf Peacock zu und versenkte den Ball mit letztem Einsatz aus halblinker Position und einer halben Grätsche zum 6:1 (90+1.).

Wenig später war Schluss und Deutschland durfte einen stark herausgespielten Sieg gegen einen überforderten Gegner feiern.

Zeit zum Umrühren: Serge Gnabry (r.) war mit drei Toren und einer überragenden Leistung Deutschlands Mann des Spiels.
Zeit zum Umrühren: Serge Gnabry (r.) war mit drei Toren und einer überragenden Leistung Deutschlands Mann des Spiels.  © dpa/Uwe Anspach

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