Jogis Probleme alle wieder da! Deutschland verliert 0:3 gegen Holland

Amsterdam - Ärgerlich! Deutschland hat am dritten Spieltag der Nations League die erste Niederlage kassiert. 0:3 (0:1) musste man sich den Niederlanden geschlagen geben, obwohl man lange Zeit das bessere Team war.

Mark Uth (r.) gab gegen die Niederlande, wo er seinen Durchbruch als Prrofifußballer feierte, sein Länderspieldebüt für Deutschland.
Mark Uth (r.) gab gegen die Niederlande, wo er seinen Durchbruch als Prrofifußballer feierte, sein Länderspieldebüt für Deutschland.  © DPA

Die Tore in der Johan-Cruyff-Arena erzielten Virgil van Dijk (30. Minute), Memphis Depay (87.) und Georginio Wijnaldum (90+3.) für die Gastgeber.

Bundestrainer Joachim Löw wechselte im Vergleich zum letzten Pflichtspiel in der Nations League gegen Frankreich (0:0) dreimal.

Jonas Hector ersetzte Antonio Rüdiger als Linksverteidiger. Dazu rückte Emre Can für Leon Goretzka ins zentrale Mittelfeld. Zu guter Letzt spielte Mark Uth in seinem ersten Länderspiel von Beginn an, Löws 100. Debütant und ersetzte im Mittelsturm Marco Reus.

Es entwickelte sich zu Beginn eine temporeiche, taktisch anspruchsvolle, aber auch chancenarme Partie mit Fehlpässen auf beiden Seiten.

In der 15. Minute gab es dann endlich die erste Gelegenheit. Nach einem erstklassigen Steilpass vom insgesamt unglücklich agierenden Thomas Müller in den Lauf des davon sprintenden Timo Werner vergab der RB-Stürmer, der frei auf den niederländischen Keeper Jasper Cillessen zulief, mutlos.

Dann parierte Cillessen Müllers Schlenzer (18.) hervorragend und packte auch bei Uths unplatzierten Distanzschuss (19.) und dessen Kopfball (42.) sicher zu. Außerdem schoss Müller nur ans Außennetz (38.)

Die Niederlande gehen in Führung: Kapitän Virgil van Dijk (l.) bejubelt mit seinen Kollegen Marten de Roon (M.) und Frenkie de Jong (r.) sein 1:0.
Die Niederlande gehen in Führung: Kapitän Virgil van Dijk (l.) bejubelt mit seinen Kollegen Marten de Roon (M.) und Frenkie de Jong (r.) sein 1:0.  © DPA

Nachdem das Spiel zwischenzeitlich verflachte, gingen die dynamisch auftretenden Hausherren in Führung.

Nach einer scharf getretenen Ecke von Memphis Depay unterlief Manuel Neuer die Kugel, der Ex-Hoffenheimer Ryan Babel setzte sich gegen Hector durch, wuchtete den Ball mit der Schulter an die Unterkante der Latte, von wo aus das Spielgerät zu Hollands Kapitän Vigil van Dijk sprang, der locker einnickte - 1:0 für die Niederlande (30.)!

Nun waren die Gastgeber obenauf und machten Druck. Matthias Ginter rettete in letzter Sekunde vor Babel (34.), Georginio Wijnaldum verzog knapp (37.), und Depay köpfte vorbei (45.).

So blieb es zur Pause beim 1:0-Vorsprung für die Niederlande, weil Deutschland wie so oft in den letzten Spielen Chancenwucher betrieb und nach dem Rückstand einige Probleme mit den gut aufspielenden Gastgebern hatte.

Die machten auch am Anfang des zweiten Abschnitts Betrieb. Neuer entschärfte Denzel Dumfries abgefälschten Schuss (49.), musste sonst aber nur noch Depays Schuss halten (76.).

Deutschlands Stürmer Timo Werner (r.) im Duell mit dem niederländischen Abwehr-Juwel Matthijs de Ligt (l.).
Deutschlands Stürmer Timo Werner (r.) im Duell mit dem niederländischen Abwehr-Juwel Matthijs de Ligt (l.).  © DPA

Die DFB-Elf versteckte sich nicht. Doch der gefährliche Kopfball von Mats Hummels wurde von Babel geblockt (52.), der für Can eingewechselte PSG-Kicker Julian Draxler schoss drüber (58.), verzog seinen Volleyschuss knapp (70.) und Werner wurde am Schuss gehindert (81.)

Das Löw-Team diktierte nun das Spielgeschehen und rannte unermüdlich an, was neben Draxler auch am ebenfalls neu gekommenen Leroy Sané lag.

Der flinke Flügelflitzer hatte auch die bis dahin größte Chance im zweiten Abschnitt, vergab diese aber frei vor Cillessen aus sechs Metern halblinker Position aber kläglich - was für eine Riesen-Gelegenheit (65.)!

Das sollte sich rächen. Draxler verstolperte einen Ball im Mittelfeld und die Niederlande spielten einen der vielen Konter dann doch mal gut aus.

Quincy Promes zog davon und bediente Depay, der die Kugel annahm und mit Glück ins Tor traf, Neuer war noch dran gewesen - 2:0 (87.)!

In der Nachspielzeit traf Depay mit einem Schlenzer noch die Latte (90+1.), dann traf auch noch Wijnaldum gegen eine demoralisierte deutsche Elf, tanzte mehrere Leute aus und schoss humorlos in die lange Ecke ein (90+3.).

Am Dienstag (20.45 Uhr) wartet auf Deutschland im Stade de France mit Weltmeister Frankreich ein vermutlich noch schwererer Brocken als die Niederlande. Dort geht es bereits um alles.

Verzweifelte wie viele seine Kollegen: Stürmer Tino Werner.
Verzweifelte wie viele seine Kollegen: Stürmer Tino Werner.  © DPA

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