Schützenhilfe für DFB aus Südkorea? Hexenjagd auf eigenen Spieler

Lomonossow (Russland) - Es wird ernst! Im Duell der Gruppe F bei der Fußball-WM in Russland gegen Südkorea geht es für Deutschland am Mittwoch um alles. Unverhoffte Schützenhilfe gibt es dabei aus dem Land des Gegners.

Toni Kroos brachte den DFB mit seinem 2:1-Siegtreffer gegen Schweden wieder auf Kurs.
Toni Kroos brachte den DFB mit seinem 2:1-Siegtreffer gegen Schweden wieder auf Kurs.  © DPA

Abwehrspieler Hyun-Soo Jang muss sich in der Heimat heftigen Mobbings der Fans erwehren. Auf der Seite des Präsidialamtes sind mehr als 300 Petitionen gegen den Außenverteidiger eingegangen.

Sie tragen Namen wie "Vertreibt Jang und seine Familie aus Korea". Die Zeitung JoongAng Ilbo sieht in der Aktion eine regelrechte Hexenjagd.

Jang hatte beim 1:2 im zweiten Gruppenspiel gegen Mexiko mit einem Handspiel den Elfmeter zum 0:1 verursacht. Nach Informationen des Blattes haben nach zahlreichen Zwischenfällen in den sozialen Medien seit WM-Beginn bereits mehrere Spieler und deren Familienmitglieder ihre Accounts gelöscht.

Ein Sprecher des Verbandes KFA nannte die Reaktionen auf Jangs Leistung "zu hart" und stellte klar, dass der Verband ihm den Rücken stärke: "Wir haben nicht vor, Jang aus dem Team zu nehmen. Jang ist der beste Verteidiger, den Korea hat."

Ob der 26-Jährige vom FC Tokio am Mittwoch (16 Uhr) gegen Deutschland spiele, wisse er aber nicht. Das sei Entscheidung des Trainers.

Ein Sprecher des Präsidialamtes sagte der Deutschen Presse-Agentur. "Das ist nur ein Ausdruck der Ärgers. Jeder kann sich frei auf der Website des Präsidialamts äußern. Das hat seine guten und seine schlechten Seiten."

Hyun-Soo Jang sieht sich in der Heimat einer regelrechten Hexenjagd ausgesetzt.
Hyun-Soo Jang sieht sich in der Heimat einer regelrechten Hexenjagd ausgesetzt.  © DPA

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