Deshalb fliegt hier ein Helikopter durch den Tagebau

Am sogenannten Mischplatz wird der Sprühbehälter des Helikopters mit dem Kleister-Gemisch beladen.
Am sogenannten Mischplatz wird der Sprühbehälter des Helikopters mit dem Kleister-Gemisch beladen.  © fotojump

Deutzen - Mit Helikopter und Kanonen gegen den Staub: Die Mitteldeutsche Braunkohlegesellschaft (MIBRAG) "verklebt" gerade ihren Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Die Anrainer der Kohlengrube südlich von Leipzig können so wieder durchatmen.

Wenn nach längeren Hitzeperioden der Wind über den Leipziger Südraum fegt, sollten die Einwohner der Tagebau-Anrainergemeinden ihre Fenster besser geschlossen halten und draußen keine Wäsche trocknen. Denn dann wehen Staubwolken von der Kohlengrube herüber.

Vor allem die bereits ausgekohlten Flächen sind Staubschleudern. Deshalb lässt die MIBRAG seit Wochenbeginn wieder einen Hubschrauber darüber kreisen und ein insgesamt zehn Hektar großes Tagebau-Areal verkleistern.

Am Aussichtspunkt des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain sehen Schaulustige der Hubschrauberbesatzung bei der Arbeit zu.
Am Aussichtspunkt des Tagebaus Vereinigtes Schleenhain sehen Schaulustige der Hubschrauberbesatzung bei der Arbeit zu.  © fotojump

"Pro Hektar werden bis zu 20.000 Liter eines Spezialgemisches aus Zellulose, einem organischen, umweltfreundlichen Bodenfestiger und Holzfasermulch versprüht - dadurch verfestigt sich die Oberfläche und bleibt trotzdem wasserdurchlässig", erklärt MIBRAG-Sprecherin Sylvia Werner (59).

Rund 1,4 Tonnen des Bodenfestigers hat der Helikopter bei jedem Flug im Sprühbehälter. Der hängt an einem zwölf Meter langen Seil und wird von Arbeitern an einem Mischplatz befüllt, während der Heli in der Luft auf der Stelle „steht“ (hovern).

Unebene Abbaufelder und Böschungen lässt das Unternehmen hingegen mit Saatkanonen beschießen. Die verfeuern eine Mixtur aus Strohmulch, Saatgut, Dünger, Kleber und Wasser.

Laut MIBRAG-Sprecherin Werner werden auf diese Weise weitere 35 Hektar begrünt - als Zwischenlösung bis zum Kohleabbau.

Der Staubschutz solle die Anrainergemeinden entlasten, sagt MIBRAG-Sprecherin Sylvia Werner (59).
Der Staubschutz solle die Anrainergemeinden entlasten, sagt MIBRAG-Sprecherin Sylvia Werner (59).  © fotojump

WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0